Sonntag, 19. November 2017

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Elektroauto-Boomland Norwegen Wo Volkswagen Tesla schon heute hinter sich lässt


Die globalen Elektroauto-Pioniere bleiben sich treu. Wie die Europa-Karte der Elektromobilität zeigt, die Statista regelmäßig für manager-magazin.de erstellt, ist Norwegen auch 2017 dem restlichen Kontinent elektrisch enteilt: Gut 37 Prozent der Neuzulassungen fielen dort in den ersten neun Monaten auf Elektroautos (inklusive Plugin-Hybriden und Brennstoffzellenautos) aus. Kein anderes Land schafft es auch nur in die Nähe zweistelliger Anteile.

Größter Profiteur des norwegischen Booms, den großzügige Steuergeschenke, etwa der Ausschluss von der Mehrwertsteuer, möglich machen, sind aktuell deutsche Hersteller. Laut Zahlen, die das Blog "EV Sales" zusammengetragen hat, liefert Volkswagen aktuell 23 Prozent des norwegischen E-Auto-Marktes, BMW steht mit 16 Prozent auf Rang 2. Tesla (11 Prozent) konkurriere mit Mercedes (10 Prozent) um Rang 3. Mit seit Januar 5699 Einheiten das Lieblings-E-Auto der Norweger: Volkswagens e-Golf.

Der Klassiker aus Wolfsburg hat zuletzt eine Reichweitenverlängerung auf gut 300 Kilometer bekommen. Damit hat er gegenüber dem Nissan Leaf und dem Renault Zoe (beide knapp 400 Kilometer) aufgeholt. Da die norwegischen Autofahrer traditionell als Volkswagen- und insbesondere Golf-Fans gelten, reicht das Update für den Sprung an die Spitze.

Roadmap E: Das ist Volkswagens Elektro-Offensive

Zwei weitere Volkswagen finden sich unter den Top 10: Der Plugin-Hybrid Passat GTE (Rang 5), sowie der Golf GTE, ebenfalls ein Zwitter mit Verbrennungs- und Elektromotor.

Teslas dritter Rang könnte unterdessen auch durch neue Gesetze ernsthaft in Gefahr geraten. Mitte Oktober hatte die Regierung Pläne vorgestellt, Elektroautos, die über zwei Tonnen wiegen, ab 2018 von den bislang geltenden Steuervorteilen auszuschließen. Norwegische Medien sprachen flugs von der "Tesla-Steuer", weil nur die schweren Luxus-Dickschiffe der Kalifornier davon betroffen wären. Ein Model X könne so etwa 70.000 Kronen (7.400 Euro) teurer werden.

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