Freitag, 17. August 2018

Europakarte der Elektromobilität Elektroautos in Europa - ein Rekordjahr, aber...


Trotz Diesel-Debatte und wachsendem Umweltbewusstsein spielen Autos mit alternativen Antrieben in Europa weiterhin eine untergeordnete Rolle. Zwar stieg der Absatz von Elektroautos, Hybridwagen und Fahrzeugen mit anderen alternativen Antrieben 2017 in der Europäischen Union um rund 40 Prozent auf knapp 853.000 Fahrzeuge. Das sei aber nur ein Anteil von weniger als 6 Prozent des gesamten Automarktes, teilte der Branchenverband Acea mit.

Elektroautos - also ladbare Batterie- und Plugin-Hybridfahrzeuge plus Brennstoffzellenwagen - kommen demzufolge auf einen Anteil von 1,4 Prozent (2016: 1,1 Prozent). Insgesamt wurden in der EU im vergangenen Jahr mehr als 15,1 Millionen Wagen neu zugelassen - gut 216.000 davon waren elektrisch aufladbar oder via Brennstoffzellen betrieben.

Am stärksten griffen 2017 die Italiener bei Autos mit alternativen Antrieben zu. Dort wuchs der Absatz um knapp ein Viertel auf 230.000 Fahrzeuge. Diese hohe Zahl hängt allerdings mit einer italienischen Besonderheit zusammen. Traditionell erfreuen sich in Italien Autos mit Gasantrieb größerer Beliebtheit: Während die Italiener 2017 fast 162.000 mit Gas oder Ethanol betriebene Fahrzeuge zuließen, waren es im nächstkleineren Markt Polen nur gut 6.500. Gasantriebe zählt die Acea ebenfalls zu alternativen Antrieben. Um diese Anomalie bereinigt, landet Italien im Elektroauto-Ranking der EU im hinteren Bereich (siehe Karte).

Im reinen Elektroauto-Ranking steht auch 2017 Seriensieger Norwegen an der Spitze; hier wurden im abgelaufenen Jahr insgesamt 62.313 Elektroautos zugelassen, fast 40 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Kein anderes europäisches Land kommt auch nur in die Nähe der norwegischen Zulassungswerte (Marktanteil: 39 Prozent). Die weltweite Vorreiterrolle erkauft sich das Land mit einem massiven Förderprogramm: Norwegen erhebt beim Autokauf generell hohe Steuern, erlässt diese allerdings allen Kunden, die sich für Tesla Börsen-Chart zeigen, E-Golf oder Nissan Leaf und Co. entscheiden. Experten erwarten für 2018 nochmals steigende Zulassungszahlen.

Wie schon zum Halbjahr bleibt Deutschland im europäischen Mittelfeld. Zwar weist die Acea mit 54.617 verkauften batterieelektrischen, Brennstoffzellen- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen mehr als doppelt so viele zugelassene Stromer aus wie noch im Vorjahr - gemessen an den Gesamtzulassungen reicht es aber trotzdem nur für die hellgrüne Farbe in der Europakarte der Elektromobilität, die Statista regelmäßig für das manager magazin erstellt.

luk / dpa

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