Montag, 18. Dezember 2017

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Europakarte der Elektromobilität Die bittere Lehre aus Dänemarks Elektroauto-Experiment


Aktuell entzweit die Frage die möglichen schwarz-gelb-grünen Koalitionspartner: Kann ein Elektroauto-Boom nur mit Subventionen funktionieren? Die Grünen wollen laut "Spiegel" jedes neu zugelassene emissionsfreie Auto mit 6000 Euro fördern - ihren potenziellen Mitregenten von der FDP ist derweil alles, was nach verkehrspolitischen Verboten oder Subventionen aussieht, ein Graus.

Die Europakarte der Elektromobilität, die Statista für manager-magazin.de erstellt hat, gibt eine mögliche Antwort auf die Frage, ob sich auch ohne Subventionen viele Stromer verkaufen lassen: Nej.

Dänemark galt im Jahr 2015 noch als eine der Erfolgsgeschichten emissionsfreier Mobilität auf dem Kontinent; mittlerweile ist Deutschlands nördlicher Nachbar im Ranking der Neuzulassungen von E-Autos jedoch weit zurückgefallen. Ursache: das Auslaufen steuerlicher Vergünstigungen, die insbesondere im Dezember 2015 für eine regelrechte Schlussverkaufsrally gesorgt hatten. Ein ähnliches Phänomen gibt es auch in den Niederlanden, wo wechselnde steuerliche Konstellationen regelmäßig gegen Ende des Jahres für anziehende Verkäufe sorgen.

Im ersten Halbjahr 2017 wurden in Dänemark laut ACEA noch ganze 250 Elektroautos zugelassen. Mit einem Anteil von 0,2 Prozent liegt das Land damit etwa gleichauf mit Estland und Litauen. Mit 24 beziehungsweise 22 verkaufen E-Fahrzeugen liegen die wesentlich kleineren Automärkte im östlichen Baltikum in absoluten Werten allerdings weit hinter den Dänen zurück.

Auch Norwegen, weltweit Spitzenreiter elektrischer Mobilität, verdankt seinen Boom einem massiven Förderprogramm: Das Land erhebt beim Autokauf generell hohe Steuern, erlässt diese allerdings allen Kunden, die sich Tesla Börsen-Chart zeigen, E-Golf oder Nissan Leaf entscheiden.

Allerdings finden auch Gegner von Subventionen Argumente in der Europakarte: Die Schweiz liegt mit Zulassungsanteilen von zuletzt gut zwei Prozent im soliden Mittelfeld des Rankings und fördert Stromer - abgesehen von lokalen Initiativen - nicht.

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