Samstag, 23. März 2019

Neue Batterien ermöglichen Langstrecken-Elektroautos Die Reichweiten-Revolution

Aktuelles Reichweiten-Ranking: So weit kommen die Elektroautos
AFP

Zugegeben: Es sind spektakuläre Auto-Studien, die Volkswagen Börsen-Chart zeigen, Daimler Börsen-Chart zeigen und andere auf der Pariser Automesse vorgestellt haben. Stromlinienförmig, futuristisch und natürlich vollelektrisch sollen Fahrzeuge mit vielversprechenden Kürzeln wie I.D. (VW) oder EQ (Mercedes) in drei, vier Jahren über die Straßen rollen. Bis zu 600 Kilometern seien mit einer Akkuladung drin.

Klingt spektakulär - und lenkt doch von der eigentlichen Revolution in Paris ab. Diese präsentiert sich in Form von zwei Autos, die deutlich unprätentiöser daherkommen: Gemeint sind der Opel Ampera-e und der Renault Zoe.

Diese kommen unter Idealbedingungen 500 Kilometer (Opel) und 400 Kilometer (Renault) weit. Der entscheidende Unterschied zu den Glitzermodellen aus Stuttgart und Wolfsburg: Sie sind praktisch ab sofort zu kaufen und stellen fast alle sonst erhältlichen Elektroautos schon jetzt mit einem Schlag in den Schatten.

Im Vergleich zu diesen sind sie voraussichtlich auch nicht viel teurer (offizielle Angaben liegen noch nicht vollständig vor). So verlangt Renault für den Zoe lediglich rund 2500 Euro mehr als für das Vorgängermodell, das nur 240 Kilometer weit fährt. In Deutschland soll der neue Zoe etwa 32.000 Euro kosten - darin ist die Batterie bereits enthalten. Zuvor musste sie gemietet werden.

Der Schlüssel für mehr Reichweite: Deutlich bessere Batterien

Für den Ampera-e gibt es noch keine offizielle Preisangabe. In den USA verlangt Chevrolet für das Schwestermodell Bolt jedoch nur etwa 37.500 Dollar (etwa 33.500 Euro - in Europa dürfte der Wagen aufgrund von Zöllen und Steuern jedoch teurer sein). Zum Vergleich: Der Elektro-Golf von Volkswagen kostet in Deutschland 34.900 Euro, kommt aber offiziell nur 190 Kilometer weit.

Hauptgrund für die Reichweiten-Revolution sind bessere Batterien. Besonders deutlich wird dies am Renault Zoe: Der Akku ist fasst nun 41 Kilowattstunden (kWh)Strom statt vorher 22. Doch trotz fast doppelter Kapazität ist die Batterie nicht größer geworden. Und sie wiegt nur 22 Kilo mehr als das Vorgängermodell, nämlich nun 312 Kilogramm.

"Renault erreicht die Kapazitätssteigerung von 22 auf 41 Kilowattstunden vor allem durch den Einsatz neuer Reaktionssubstanzen in den Zellen, woraus sich eine höhere Energiedichte ergibt", heißt es beim Hersteller dazu. Die genauen Zutaten für die neue Lithium-Ionen-Batterie wollte Renaults Programmdirektor Elektrofahrzeuge, Eric Feunteun, im Gespräch mit manager-magazin.de zwar nicht verraten.

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