Montag, 29. August 2016

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Alternative Antriebe Frau Antje fährt mit Strom

Elektroautos 2013/2014: Drei Tops, drei Flops
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DPA

Die Deutschen machen weiter einen Bogen um die Elektroautos - trotz Modellen wie BMW i3, VW E-Up und Renault Zoe. Deutlich weiter sind die USA, wie die Verkaufszahlen für 2013 zeigen. In Norwegen und den Niederlanden haben hohe Steuerrabatte bereits einen Elektroauto-Exzess ausgelöst.

Hamburg - Allen Sonntagsreden von Politikern und Automanagern zum Trotz - von Elektroautos scheinen die Deutschen weiterhin nicht viel zu halten. Ganze 6051 Stromer wurden laut Kraftfahrtbundesamt zugelassen, plus einige Hundert Plug-in-Hybride - also Elektroautos mit Verbrennungsmotor zur Reichweitensteigerung.

Damit hat sich der Absatz zwar etwa verdoppelt, doch trotz neuer Modelle wie BMW i3, VW E-Up, Renault Zoe und Porsche Panamera E-Hybrid liegt der Marktanteil von Elektroautos nur bei 0,2 Prozent; samt Plug-in-Hybriden nur etwas höher. Sogar am schicken US-Flitzer Tesla Model S fanden die Deutschen bisher eher wenig Gefallen. Das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straßen zu bringen, erscheint mittlerweile so realistisch wie eine termingerechte Eröffnung des Berliner Flughafens.

Irgendwas scheinen die Deutschen falsch zu machen - anderswo läuft es jedenfalls besser. So haben die Hersteller in den USA 2013 etwa 97.000 batteriebetriebene Autos verkauft - 83 Prozent mehr als 2012, wie hybridcars.com errechnet hat. Am besten gingen der Chevrolet Volt (23.100 Exemplare), der Nissan Leaf (22.600) und Teslas Model S (geschätzte 18.650) weg.

Tesla in Norwegen wieder die Nummer eins, Mitsubishi in Holland

Einen großen Anteil daran dürften die Steuergutschriften in Höhe von 7500 Dollar haben, die Washington Käufern von Elektroautos gewährt. In einigen Bundesstaaten kommen weitere Fördergelder hinzu, zusammen summieren sich die Vorteile auf mehr als 10.000 Dollar.

Was passiert, wenn der Staat noch stärker beim Absatz hilft, zeigt sich in Norwegen. Dort erklomm Teslas Model S im Dezember erneut die Spitzenposition in der Liste aller verkauften Neuwagen (inklusive derer mit Verbrennungsmotor). Käufer von Elektroautos sind in Norwegen von zahlreichen indirekten Steuern befreit, die den Autokauf normalerweise extrem verteuern. Über das Jahr gesehen erreichten die Stromer in Norwegen so einen Marktanteil von 5,5 Prozent.

Einen regelrechten Elektroauto-Exzess hat es im Dezember in den Niederlanden gegeben. Dort rauschte der Marktanteil der Batteriewagen auf 24 Prozent in die Höhe, weil zum Jahresende Steuervergünstigungen ausliefen. Das berichtet das Portal insideevs.com.

Mitsubishi Börsen-Chart zeigen verkaufte dabei derart viele Exemplare seines SUVs Outlander Plug-in-Hybrid (knapp 5000), dass das Unternehmen den Marktstart des Wagens in den USA verschieben musste. Auch Volvo hatte mit seinem elektrifizierten V60 Erfolg.

Angesichts der zum Teil euphorischen Elektroautomärkte im Ausland haben die deutschen Hersteller den Blick bereits über die Grenzen geworfen. So verkaufte BMW zuletzt mehr i3 in Holland als in Deutschland. Auch Volkswagens E-Up läuft in Norwegen und den Niederlanden besser als zu Hause - obwohl der Heimatmarkt um ein Vielfaches größer ist.

nis

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