Dienstag, 25. September 2018

Polen und Deutschland kooperieren bei Batteriezellproduktion Diese Firmen wetteifern um Europas erste "Gigafactory"

Produktion von Elektroauto-Batteriepacks bei BMW
Bloomberg via Getty Images
Produktion von Elektroauto-Batteriepacks bei BMW

Die Automobilbranche steht unter Strom: Volkswagen Börsen-Chart zeigen will bis 2025 50 Elektroauto-Modelle und 30 Plugin-Hybridautos anbieten. Daimler Börsen-Chart zeigen hat vor kurzem den Mercedes EQC vorgestellt, den ersten Vertreter seiner Elektroauto-Submarke EQC. Bis 2022 wollen die Schwaben 10 reine Elektroauto-Modelle anbieten. BMW Börsen-Chart zeigen will sein Angebot an Elektroautos ausweiten, Tesla drängt mit seinem Einstiegsfahrzeug Model 3 nach Europa - und japanische Hersteller ebenfalls.

Dafür müssen die Autohersteller große Mengen Lithium-Ionen-Batteriezellen einkaufen. Aktuell stammen die Zellen für Elektroauto-Akkus fast ausschließlich von japanischen, koreanischen und chinesischen Herstellern. Zu einer eigenen Zellenproduktion können sich europäische Autohersteller und Zulieferer aus Kostengründen bisher nicht durchringen.

Die Folge: Asiatische Batteriespezialisten produzieren die in Europa verbauten Zellen noch in Werken in Asien. Allerdings sind die Batteriezellen schwer und aufwändig zu transportieren. Wer es ernst meint mit der Elektromobilität, muss in Europa eigene Zellwerke aufbauen. Das fordern auch immer mehr Manager und Politiker, auch auf EU-Ebene. Es stehen nicht nur Arbeitsplätze und Wertschöpfungauf dem Spiel. Viele - unter ihnen auch VW-Chef Herbert Diess - fürchten die Abhängigkeit von wenigen Herstellern.

Nun wagt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier einen Vorstoß: Er hat bei einer Visite in Warschau eine Kooperation mit Polen im Bereich Batteriezellen verkündet. Ziel ist der Aufbau einer gemeinsamen Zellenproduktion - in der Lausitz und in Westpolen. Auf Akkukomponenten spezialisierte Mittelständler in Polen könnten Bestandteil eines europäischen Gemeinschaftsunternehmens werden - einer Art Airbus der Batterieerzeugung, das asiatischen Herstellern Paroli bieten soll.

Die asiatischen Batteriespezialisten preschen jedoch schon mal vor: Sie investieren vornehmlich in Osteuropa, die ersten Firmen haben schon Spatenstiche gesetzt. Doch auch europäische Startups wittern Chancen: Ende 2017 hat das schwedische Unternehmen Northvolt seine Entscheidung über einen Produktionsstandort verkündet, ein deutsches Konsortium hat ebenfalls Großes vor. Wir stellen die wichtigsten Player im großen europäischen E-Autoakku-Monopoly vor.

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