Mittwoch, 12. Dezember 2018

USA wollen Förderungen für Elektroautos streichen Subventions-Aus für E-Autos in USA - das wären die Folgen

Fort damit: US-Präsident Trump will staatliche Förderungen für Elektroautos möglichst schnell streichen

Vom Klimaschutz hält US-Präsident Donald Trump eher wenig, von Elektroautos ebenso. Schon im seinem Präsidentschaftswahlkampf hatte er angekündigt, die von Barack Obama eingeführten staatlichen Kaufanreize für Elektroautos kassieren zu wollen. Als General Motors Börsen-Chart zeigen (GM) vor einer Woche die Schließung von fünf Werken in Nordamerika ankündigte, wütete Trump via Twitter, dass er dem Autoriesen sämtliche Förderungen streichen wolle - inklusive jener für Elektroautos. Nun verkündet Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow, dass die US-Regierung die staatlichen Steuererleichterungen für den Elektroautokauf abschaffen will. Das solle in "naher Zukunft" geschehen, also ab "2020 oder 2021".

Doch welche Autohersteller trifft Trump damit besonders? Aktuell erhalten Amerikaner, die ein rein batteriebetriebenes Elektroauto kaufen, vom Staat eine Steuergutschrift in Höhe von 7500 Dollar. Das macht insbesondere Mittelklasse-Elektroautos wie Teslas Model 3 oder General Motors Bolt deutlich günstiger, und die Hersteller werben intensiv damit. Tesla etwa zieht die staatliche Förderung bei den auf seiner US-Website angeführten Preisen für das Model 3 automatisch vom Basispreis ab.

Im Video: Deutschlands Autobosse treffen Trump

Video abspielen
Bild: REUTERS

Die staatliche Förderung ist allerdings mit einer Deckelung versehen: Sobald ein Hersteller mehr als 200.000 Elektroautos verkauft hat, läuft die Förderung für dessen Elektrofahrzeuge in zwei Phasen aus: Ein halbes Jahr lang schießt der Staat noch 3650 Dollar je verkauftem Elektroauto zu, danach sinkt die Förderung auf 1875 Dollar je Elektrofahrzeug. Nach einem Jahr ist komplett Schluss.

Ein einziger Hersteller ist bislang in dieser Förderungs-Auslaufphase angekommen: Tesla meldete im Juli das 200.000ste verkaufte Elektroauto. Der US-Autoriese General Motors (GM) hält aktuell bei 190.000 verkauften Plugin- und reinen Elektrofahrzeugen. Anfang kommenden Jahres dürfte die ehemalige Opel-Mutter die 200.000er-Grenze überschreiten.

Kein Wunder also, dass Tesla und GM laut Medienberichten monatelang versucht haben, die Deckelung mithilfe von Lobbyisten komplett abzuschaffen. Im Oktober jedoch schwenkte Tesla - zumindest in offiziellen Aussagen - etwas um: Man unterstütze gleiche Bedingungen, bei denen alle Autohersteller auf "null staatliche Förderungen" kämen, erklärte ein Tesla-Sprecher damals.

Wie das Förderungs-Aus auch VWs Pläne erschweren könnte

Noch ist allerdings unklar, wie genau die US-Regierung die Steuernachlässe abschaffen will. Kudlow nannte erstmal keine Details. Ohne Zustimmung des Kongresses dürfte die Abschaffung schwierig werden.

Doch Tesla scheint sich wohl auf das komplette Auslaufen der Steuergutschriften einzustellen. Nach jetziger Lage können die Kalifornier ab Ende 2019 ihren Käufern ohnedies keine staatlichen Förderungen mehr anbieten. Und auch GM dürfte sich längst darauf vorbereitet haben. Der US-Autoriese will bis 2023 20 neue Elektro-Modelle auf den Markt bringen. In ihren internen Verkaufsprognosen haben die GM-Leute vermutlich staatliche Förderungen längst rausgerechnet.

Stärker treffen dürfte die Streichung der Steuergutschriften hingegen jene Hersteller, die bislang nur wenige Elektroautos in den USA verkauft haben. Also etwa Fiat Chrysler oder Ford. Beide Hersteller haben für die kommenden Jahre zahlreiche neue E-Modelle angekündigt. Ford hatte bisher nur wenige reine E-Modelle im Angebot, die kaum gekauft wurden. Fiat Chrysler hat erst zuletzt stärker auf Plugin-Hybridvarianten gesetzt. Deshalb sind die beiden großen US-Hersteller aktuell noch weit von der 200.000er-Grenze entfernt.

Auch ausländische Hersteller wie Volkswagen kamen bisher auf eher marginale Elektroauto-Verkaufszahlen in den USA - und liegen damit noch weit unter der Grenze. Ein schnelles Ende der US-Förderungen dürfe es den Wolfsburgern aber schwerer machen, ihre ehrgeizigen Elektroauto-Verkaufsziele in den USA zu erfüllen.

Allerdings gibt es in den USA auch noch Förderungen auf Ebene der Bundesstaaten oder der Kommunen, die einen Wegfall der staatlichen Steuererleichterungen zumindest teilweise kompensieren könnten. Noch lassen sich die Folgen für die Autohersteller also nicht wirklich präzise abschätzen. Eines zeichnet sich jedoch ab: Am ehesten trifft der Wegfall der Förderung jene Hersteller, die in den USA erst jetzt zur großen Elektroauto-Offensive blasen. Also den schwächelnden US-Autoriesen Ford, den Elektro-Nachzügler Fiat Chrysler - und möglicherweise auch deutsche Hersteller.

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH