Mittwoch, 21. November 2018

Schleppende Nachfrage für Elektrowagen SPD denkt über Verlängerung der Kaufprämie nach

Nur wenige Autokäufer nutzen die Förderung zum Kauf eines E-Autos.

Der Durchbruch ist nicht geschafft. Angesichts der schleppenden Nachfrage zeigt sich die SPD offen für eine Verlängerung der Kaufprämie für Elektroautos. Es spreche viel dafür, die Laufzeit zur weiteren Unterstützung des Markthochlaufs über das Jahr 2019 hinaus zu verlängern, sagte SPD-Fraktionsvize Sören Bartol der Nachrichtenagentur dpa.

Sinnvoll sei zudem, die Prämie für E-Taxen und leichte Elektro-Nutzfahrzeuge zu verdoppeln. So solle es für mittelständische Taxiunternehmen und Lieferdienste lukrativer werden, Flotten umzurüsten. Dafür könnten Haushaltsmittel verwendet werden, die bisher nicht abgeflossen sind.

Zwei Jahre nach der Einführung gibt es weiter keinen großen Ansturm auf die Förderung. Bis Ende Juni wurden nur 66.029 Anträge von Autokäufer beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) gestellt. Damit wurden nur rund 100 Millionen Euro von den verfügbaren Mitteln verbraucht - ein Sechstel der Fördersumme. Das bis Ende Juni 2019 laufende Programm reicht für mehr als 300.000 Autos.

Für Branchenkenner ist diese Entwicklung keine Überraschung, denn zum einen ist die Infrastruktur der Ladestellen erst im Aufbau, zum anderen gilt die Auswahl an günstigen und attraktiven Elektoautos sowie die Reichweite der Wagen als zu gering. Mit Spannung wird deshalb auf die Innovationen der Autobauer gewartet, allerdings dürfte dabei wohl noch einige Zeit ins Land gehen.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) ist für eine Verlängerung der Kaufprämie, auch der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Cem Özdemir (Grüne), begrüßte dies grundsätzlich.

Für vollelektrische Autos gibt es 4000 Euro Bonus. Und 3000 Euro für Plug-in-Hybride, die per Stecker geladen werden und einen ergänzenden Verbrennungsmotor haben. Der Bund gibt dafür 600 Millionen Euro. Die Hersteller müssen sich beteiligen, indem sie Käufern einen Nachlass geben. Insgesamt sind somit 1,2 Milliarden Euro im Fördertopf.

dpa/akn

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