Samstag, 2. Juli 2016

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Ladesäulen-Netz für Elektroautos BMW-i3-Käufer tanken in den USA umsonst

BMW i3: Kunden in Kalifornien sollen gratis Strom tanken können - doch das BMW-Versprechen ist an einige Bedingungen gebunden

Tesla hat es mit den Supercharger-Ladesäulen vorgemacht, nun setzt BMW in den USA auf ein ähnliches Konzept: Käufer des Elektroautos i3 können an Schnelladesäulen eines Kooperationspartners gratis Strom tanken. Das Angebot hat allerdings einen Haken.

Hamburg - Das Elektroauto i3 hat BMW viel Aufmerksamkeit und einiges Lob eingebracht. Mit einer Hürde haben jedoch alle Stromer-Anbieter zu kämpfen: In den USA, den meisten Ländern Europas und in China ist das Angebot an Schnellladesäulen nach wie vor eher dürftig - wie auch manager magazin online bei einer i3-Testfahrt durch Hamburg feststellte.

Der US-Elektroautopionier Tesla hat zur Selbsthilfe gegriffen und in den vergangenen zwei Jahren ein eigenes Ladesäulen-Netz aufgebaut. Die "Supercharger" genannten Stationen laden Tesla-Fahrzeuge nicht nur besonders schnell. Für Besitzer eines Model S mit der größten verfügbaren Batterie ist das Stromtanken auch noch kostenlos.

Ganz so weit geht BMW mit seinem jüngsten Lade-Vorstoß in den USA zwar nicht. Doch kostenloses Stromzapfen ist künftig auch für i3-Besitzer möglich - auch wenn das bei BMW doch ein wenig komplizierter abläuft als bei den kalifornischen Gegenspielern von Tesla.

Wie BMW gestern bekanntgab, können i3-Fahrer an speziell aufgerüsteten "eVgo"-Schnellladestationen des US-Energieversorgers NRG künftig kostenlos Strom tanken. Vorerst gilt das Gratis-Angebot aber nur bis Ende 2015, und es unterliegt noch ein paar weiteren Einschränkungen. So bietet BMW das kostenlose Laden ausschließlich im US-Bundesstaat Kalifornien an. Eine Mitgliedschaft bei BMWs Ladepunkte-Netzwerk ChargeNow ist Voraussetzung. Berechtigt zum Kostenlos-Tanken sind zudem nur i3-Fahrzeuge, die mit aufpreispflichtigem Schnelllade-Paket geordert wurden. Deren leere Akkus lassen sich an den NRG-Ladesäulen in rund 30 Minuten zu rund 80 Prozent aufladen.

BMW trommelt für den Combo-Stecker

Für die Verbindung zu den Ladesäulen nutzt BMW einen sogenannten SAE Combo-Stecker, der auch in Elektroautos von General Motors, Ford, Daimler und Volkswagen zum Einsatz kommt. Mit den von Tesla verwendeten Steckern ist er nicht kompatibel. Trotz Teslas Freigabe von Patenten, die auch das Schnellladesystem umfassten, müssen i3-Fahrer um die Supercharger weiter einen Bogen machen.

Doch BMW wagt sich in den USA noch mit einem weiteren Produkt an die Schnellladefront. Gemeinsam mit Bosch haben die Bayern eine Ladestation entwickelt, die künftig an BMW-Händler und Geschäftsinhaber verkauft werden soll. Sie ist nur halb so groß wie bisher angebotene Gleichstrom-Lade. Mit einem Verkaufspreis von 6550 Dollar ist sie zudem deutlich günstiger als bisherige Lösungen, behauptet BMW. Die rund 45 Kilogramm schweren Ladestationen lassen sich an der Wand montieren - und sind dank des Combo-Steckers auch kompatibel zu Elektroautos anderer Hersteller.

Laut einem Bericht des Wall Street Journal spricht BMW mit anderen Autoherstellern über mögliche Kooperationen zur Ausweitung der Schnellladenetze. In Europa arbeite BMW mit Volkswagen und Nissan zusammen, heißt es in dem Bericht. Mit den beiden Vorstößen verfolgt BMW das Ziel, den Combo-Steckern in den USA zu mehr Präsenz zu verhelfen. "Wir wollen, dass die Leute diese Ladestationen sehen", sagte ein BMW-Manager der US-Zeitung. NRG will noch in diesem Jahr 50 der Combo-Schnelladesäulen in Kalifornien betreiben, bis Ende 2015 sollen es 100 sein.

Tesla hat derzeit 103 Supercharger in den USA in Betrieb. Sie erlauben es Tesla Model S-Fahrern, auf vordefinierten Routen quer durch Nordamerika zu fahren. In Europa betreibt Tesla derzeit 42 seiner Schnelllader, in Asien sind es derzeit neun.

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