Samstag, 20. Oktober 2018

Pro - Warum die Elektroauto-Subvention sinnvoll ist Die Kaufprämie ist ein heilsamer Schock

Elektroautos: Eine Kaufprämie soll den Durchbruch bringen

2. Teil: Kaufprämie eliminiert Preisabstand zu Diesel-Stinkern

Noch stärker sollte die Entwicklung in China zu denken geben. Dort heizen staatliche Anreize den Markt für Elektroautos den Markt gerade in ungekanntem Ausmaß an. Und es sind chinesische Modelle, die die Top Ten der am meisten verkauften Stromer unter sich ausmachen.

So entstehen neue Batteriefabriken, ein Netz von Ladesäulen und Skaleneffekte in allen Bereichen der E-Mobilität nahezu von allein. Und vor allem entstehen Unternehmen, die viel Geld in die Entwicklung emissionsfreier Autos stecken, um mit ihnen den Weltmarkt zu erobern.

Das ist die Realität: Im Wettlauf um das Auto der Zukunft interessiert sich der Rest der Welt wenig für hehre ordnungspolitische Grundsätze. Auch Japan und Frankreich tun dies nicht, sie zahlen Elektroauto-Käufern ebenfalls hohe Prämien.

Die deutschen Hersteller fahren hinterher, trotz einzelner Lichtblicke wie von BMW. Der schwache Heimatmarkt trägt daran eine Mitschuld. Zu lange hat die Politik die Autobauer hierzulande aktiv und nahezu bedingungslos dabei unterstützt, bestehende Technik zu ver(schlimm)bessern. Das Diesel-Fiasko bei Volkswagen markiert das endgültige Scheitern dieser Weiter-So-Strategie.

Eine Kaufprämie könnte den Preisabstand von manchem Diesel zu einem Elektroauto beinahe eliminieren. Intelligent ausgestaltet, könnte sie deshalb ein grundsätzliches Umdenken vor allem bei Vielfahrern und Flottenkunden herbeiführen. Und damit eine Zeitenwende für das Automobil in Deutschland einläuten.

Diese ist bitter nötig. Das zeigt sich in Stuttgart. Dort ist Atmen gesundheitsgefährdend. Diesel- und Benzinautos verpesten die Luft in einem nicht hinnehmbaren Maße. Das gilt auch für andere Städte. Jedes Jahr sterben Tausende Menschen an den Folgen, die Kosten im Gesundheitssystem gehen in die Milliarden.

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