Dienstag, 23. Oktober 2018

Über 80 Prozent außerhalb der Euro-6-Norm So viele alte Diesel sind noch in Deutschland unterwegs

Ein großer Teil der deutschen Diesel-Flotte bläst erhebliche Mengen Stickoxide (NOx) in die Luft. Das zeigt eine Auswertung von Daten des Kraftfahrtbundesamts, die Statista für manager-magazin.de illustriert hat. Allein Euro-3-, Euro-4- und Euro-5-Norm machen über 70 Prozent der 15 Millionen Fahrzeuge des deutschen Dieselbestands aus.

Das bedeutet, dass diese Fahrzeuge laut Herstellerangaben auf dem Prüfstand mindestens 180 Milligramm Stickoxide pro gefahrenem Kilometer ausstoßen. Zum Vergleich: Moderne Euro-6-Diesel stoßen maximal 80 Milligramm aus.

Für einen Teil dieser Autos dürften sich diese Werte in den kommenden Monaten allerdings ändern: Das von Politik und Industrie im Zuge des Dieselgipfels ausgehandelte Softwareupdate soll den Stickoxid-Ausstoß um 25 bis 30 Prozent senken. Kritiker wie Greenpeace sehen das allerdings kritisch - selbst die modernen Euro-6-Diesel überschritten die Grenzwerte bei Alltagstests teils um ein Vielfaches.

Die Grafik zeigt auch, dass viele Autos von Fahrverboten betroffen wären, sollten deutsche Städte mit den bereits hier und da diskutierten Fahrverboten für ältere Diesel-Fahrzeuge ernst machen. Verkehrsexperte Peter Mock vom Forscherverbund ICCT warnte jüngst, dass einfache Software-Updates selbst bei neuen Diesel-Modellen nicht ausreichen würden, um Fahrverbote zu vermeiden.

luk

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