Donnerstag, 16. August 2018

Gebrauchtwagen-Preise brechen ein Diesel-Käufer bekommen bis zu 50 Prozent Rabatt

Neu- und Gebrauchtwagen bei einem Autohändler in Sachsen.

Diesel-Dämmerung bei deutschen Gebrauchtwagen-Händlern: Käufer von Gebrauchtwagen mit Euro-5-Diesel können im Handel aktuell bis zu 50 Prozent Rabatt bekommen!

Das teilte der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) nach einer Umfrage unter 1817 Automobilhändlern quer durch alle Marken mit. Für 11 Prozent der befragten Händler seien Euro-5-Diesel derzeit unverkäuflich, ein Drittel gewähre zwischen 10 und 30 Prozent Nachlass, ein weiteres Drittel gebe sogar bis zu 50 Prozent Rabatt.

Selbst bei Autos mit Dieselmotoren, die die seit 2015 geltende Euro-6-Norm erfüllen, sei die Situation "nicht rosig", teilte der Verband mit. Nur bei den neuesten Euro-6d- und Euro-6d-Temp sehe es anders aus.

Hintergrund ist der Abgasskandal. "Solange das Diesel-Thema weiter rumort und Fahrverbote nicht klipp und klar verhindert werden, wird sich die Situation im Handel nicht verbessern, sondern weiter verschlechtern", sagte ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn. Die Autohändler brauchten dringend eine Nachrüstverordnung für ältere Diesel. Hersteller und Importeure seien "moralisch in der Pflicht, sich an der Finanzierung zu beteiligen".

Die Wette könnte für viele Diesel-Käufer aufgehen

Wer jetzt auf ein billiges Diesel-Auto setzt, riskiert zwar Fahrverbote. Er könnte am Ende aber durchaus als glücklicher Schnäppchenjäger dastehen. Denn die Frage, ob Fahrverbote für Diesel-Autos wirklich kommen und wenn ja, in welchem Ausmaß, ist derweil weiter ungeklärt. Der neue Bundesverkehrsminister, Andreas Scheuer (CSU) macht Diesel-Fahrern jedenfalls Hoffnung.

In den deutschen Städten sollen bis 2020 die vor allem von Dieselautos verursachten Schadstoff-Grenzwerte eingehalten werden, sagte Scheuer im Bundestag. Sein Motto sei: "Keine Panik und keine Verbote, sondern Anreize und Maßnahmen - und das konkret und schnell." Saubere Luft solle ein "Exportschlager" werden.

Scheuer sagte, mit einer neuen Förderrichtlinie zur Umrüstung von Diesel-Bussen sollten insgesamt 28.000 Stadtbusse umgerüstet werden. Dies koste 107 Millionen Euro. In einem nächsten Schritt sollten auch öffentliche Fahrzeuge wie Müll- oder Krankenwagen umgerüstet werden.

Mit Software-Updates der Hersteller bei älteren Diesel sollten die Stickoxid-Emissionen bis Ende 2018 um bis 30 Prozent reduziert werden. "Luftqualität ist Lebensqualität", sagte Scheuer. Aber Lebensqualität sei auch Bewegungsfreiheit und Mobilität. Und Mobilität sei der "Kraftstoff" der Wirtschaft.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte Diesel-Fahrverbote für bessere Luft in Städten generell für zulässig erklärt, diese aber als letztes Mittel bezeichnet. Außerdem müsse die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben. Die Bundesregierung will flächendeckende Fahrverbote für Diesel in Städten unbedingt verhindern.

Im vergangenen Jahr waren die Schadstoff-Belastungen zwar etwas gesunken, aber immer noch wurden die Grenzwerte in knapp 70 Städten nicht eingehalten. Dieselfahrzeuge sind eine Hauptursache für die Schadstoff-Belastung.

nis/dpa-afx

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