Montag, 26. Juni 2017

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Nächste Stadt plant Dreckschleuder-Verbot München will Diesel-Autos aus Innenstadt verbannen

Porsche Cayenne: Auf dem Prüfstand sauber, auf der Straße dreckig

Erst Stuttgart, dann Hamburg und nun offenbar München: Diesel-Autos sollen aus einer wachsenden Zahl deutscher Großstädte verbannt werden.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) denkt angesichts neuer Abgasmesswerte in der Landeshauptstadt über ein flächendeckendes Fahrverbot für Dieselfahrzeuge nach. "So sehr ich mich freuen würde, wenn es ohne solche Verbote ginge, so wenig sehe ich, wie wir künftig weiter ohne Sperrungen auskommen werden", sagte der SPD-Politiker der "Süddeutschen Zeitung".

Betroffen wären je nach angewandter Abgasnorm zwischen 133.000 und 170.000 Fahrzeuge. Insgesamt haben 295.000 der 720.000 in München zugelassenen Autos einen Dieselmotor. Ausnehmen will er die neusten Dieselautos mit Euro-6-Norm, Taxis und Busse.

Hintergrund der Überlegungen sind neue Messwerte vor allem zum giftigen Stickstoffdioxid. Laut SZ-Recherche wird der von der EU zugelassene Mittelwert nicht nur auf den großen Ring- und Einfallstraßen regelmäßig überschritten, sondern auch in weit davon entfernten Gegenden.

"Die Ergebnisse sind erschreckend, das hatte niemand so erwartet", sagte Reiter. Aufgrund der alarmierenden Zahlen müsse nun etwas geschehen, und ihm sei kein anderes adäquates Mittel als ein Fahrverbot bekannt. Wissenschaftler machen die Diesel-Abgase für jährlich Tausende vorzeitige Todesfälle verantwortlich.

Wirtschaft läuft Sturm gegen Verbot

Handwerk, Industrie und Handel in Bayern lehnen die Pläne für ein Diesel-Fahrverbot in München empört ab. Waren könnten nicht mehr angeliefert werden, viele Pendler könnten ihren Arbeitsplatz nicht mehr erreichen, weil der öffentliche Nahverkehr überfordert sei, warnten die Wirtschaftsverbände am Mittwoch.

Ein Drittel der oberbayerischen und die Hälfte der Münchner Handwerksbetriebe wären in ihrer Existenz bedroht, sagte der Sprecher der Handwerkskammer München und Oberbayern, Jens Christopher Ulrich. Das Dieselverbot wäre "eine Katastrophe".

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