Dienstag, 26. März 2019

Systematik unternehmerischer Schludereien Der Fall Audi - Vier Gründe, warum Unternehmen tricksen und manipulieren

2. Teil: Der "schlechte Brauch" in der Branche

Audi und VW bewegten sich in einem Umfeld, in dem Manipulationen gang und gäbe waren. Nicht nur, dass VW selbst bereits damit aufgefallen war. 1974 sind Chrysler, Ford, GM und Toyota mit ähnlichen Temperatursensoren auffällig geworden. Dann

GM 1995. Bei GM war bereits eine deaktivierende Software im Betrieb und die Strafe war mit 20 Millionen US-Dollar bereits deutlich höher als zwei Jahrzehnte früher bei VW. 1998 war Ford mit einer deaktivierenden Software und einer Strafe von 7,8 Millionen US-Dollar an der Reihe.

Honda bezahlte 1998 für das gleiche Delikt 17,1 Millionen US-Dollar und im selben Jahr war dann die Nutzfahrzeugsparte (Caterpillar Börsen-Chart zeigen, Renault Börsen-Chart zeigen, Volvo Börsen-Chart zeigen u.a.) aufgrund von Abschalteinrichtungen dran: 83,4 Millionen US-Dollar plus circa eine Milliarde Dollar für Umrüstungen. Der Klageschrift aus New York zufolge hat in der Nachfolge dann Audi seit 2004 diese Abschalteinrichtungen entwickelt und unter dem Namen "Akkustikfunktion" eingesetzt. Seit Ende 2006 hat Volkswagen diese für seine Autos übernommen (Anklageschrift Supreme Court of the State New York vom 19.7.2016).

Auch Opel steht laut SPIEGEL-Recherche in Verdacht, in ähnlicher Weise manipuliert zu haben und ebenso wird gegen Daimler Börsen-Chart zeigen wegen der Differenzen zwischen dem auf dem Prüfstand und den im Straßenverkehr gemessenen Emissionen derzeit geklagt (ZDF, Frontal21, Sendung vom 7. Juni 2016).

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