Freitag, 27. Mai 2016

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Abgas-Manipulationsvorwürfe US-Umweltbehörde nimmt jetzt auch Daimler ins Visier

Unnachgiebig: Zentrale der US-Umweltbehörde EPA in Washington

Daimler muss sich in den USA gegen den Verdacht der Abgasmanipulation erwehren. Die US-Umweltbehörde EPA hat auffällige Werte festgestellt und fordert nun Informationen ein. Daimler will "vollumfänglich" kooperieren.

Nach dem Volkswagen-Abgasskandal war es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis auch andere deutsche Autobauer ins Visier der US-Umweltbehörde EPA geraten. Nun hat die EPA vom Stuttgarter Autobauer Daimler Informationen zu auffälligen Abgaswerten eingefordert.

Eine Daimler-Sprecherin erklärte am späten Sonntagabend, die EPA habe entsprechende Informationen zu Mercedes-Fahrzeugen erbeten und Daimler kooperiere mit der Behörde "vollumfänglich". Die Autos würden allen Vorschriften und Normen entsprechen, fügte sie hinzu.

Die EPA-Anfrage ist ganz offensichtlich eine Reaktion auf eine Sammelklage in den USA, die am 18. Februar eingereicht wurde. US-Anwälte behaupten, weil der Stickoxid-Ausstoß bestimmter Diesel-Modelle die US-Vorschriften bei Temperaturen unter zehn Grad Celsius um das 65-fache überschreite, hätten sie jetzt auch gegen Daimler eine Sammelklage eingereicht.

Der Konzern bestreitet die Vorwürfe entschieden. Auch bestreitet Daimler den Einsatz einer speziellen "Defeat Device" genannten Software, wie sie bei Volkswagen-Autos verbaut wurde, um bei Emissionstests zu tricksen. Die US-Umweltbehörde EPA hatte Daimler bislang keine Manipulationen vorgeworfen.

Zuvor hatte das "Handelsblatt" den EPA-Direktor Christopher Grundler mit den Worten zitiert, die Behörde wisse von der Klage. Sie habe Mercedes kontaktiert und Testergebnisse für die amerikanischen Dieselmotoren eingefordert.

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rei/dpa/Reuters

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