Donnerstag, 29. September 2016

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Zukunfts-Autoantrieb Daimler und Linde bauen Netz von Wasserstoff-Tankstellen aus

Wasserstoff-Tankstelle: Sauberer Antrieb für das Auto der Zukunft?

Der Ausbau eines Wasserstoff-Tankstellennetzes in Deutschland kommt langsam in Fahrt. Daimler und Linde haben den Bau von 13 neuen Stationen beschlossen. Der Schönheitsfehler: Es fehlen die Autos, die dort tanken sollen.

Hamburg - Auf dem Pariser Autosalon zeigten sich Daimler-Chef Dieter Zetsche noch skeptisch gegenüber Toyotas neuem Wasserstoff-Auto. Alleingänge seien bei diesem Thema nicht hilfreich, ließ er die Japaner wissen.

Tatsächlich ist ein serienreifer Wasserstoff-Mercedes noch nicht in Sicht, doch Daimler Börsen-Chart zeigen und der Industriegase-Hersteller Linde Börsen-Chart zeigen treiben den Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur voran. Zusammen mit den Mineralölkonzernen Total, OMV, Avia und Hoyer wollen die Unternehmen zunächst 13 neue Wasserstoff-Tankstellen für Brennstoffzellen-Autos errichten, wie die Firmen am Mittwoch ankündigten.

Bis Ende 2015 sollen es insgesamt 20 Wasserstofftankstellen werden, in die die Unternehmen jeweils rund zehn Millionen Euro investieren. Linde und Daimler hatten ihr gemeinsames Projekt 2011 gestartet. Derzeit gibt es in Deutschland 16 öffentliche Wasserstoff-Tankstellen. Davon sind allerdings nicht alle in Betrieb, wie eine Übersicht zeigt:

Wasserstoff-Tankstellen (links) und Ladestationen für Elektroautos. Zum vergrößern bitte auf das Bild klicken.
Daimler plant von 2017 an, Elektrofahrzeuge mit Brennstoffzellen in großen Stückzahlen auf den Markt zu bringen. Beim Antrieb arbeitet der Konzern mit den Rivalen Ford und Nissan zusammen.

"Für den Aufbau eines flächendeckenden Infrastrukturnetzes ist es nun höchste Zeit", sagte der Leiter Konzernforschung und Vorentwicklung von Daimler, Herbert Kohler. Ziel sei ein flächendeckendes Netz zur Versorgung der Autos.

Am Aufbau eines Netzwerks von Wasserstofftankstellen arbeiten nicht nur Linde und Daimler. Mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums und weiteren Partnern soll es bis Ende 2015 in Deutschland insgesamt 50 Standorte geben, an denen Wasserstoff getankt werden kann. Bis 2023 sehen die Pläne insgesamt 400 Stationen vor.

Toyota beteiligt sich nicht am Aufbau der Wasserstoff-Infrastruktur in Deutschland, sondern konzentriert sich auf Japan. Der Brennstoffzellen-Wagen FCV soll im kommenden Jahr in Japan, den USA und Europa an den Start gehen. Er soll etwa 50.000 Euro kosten.

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nis/rtr

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