Dienstag, 13. November 2018

Kommt jetzt die Fusion mit DriveNow? Daimler übernimmt Car2Go komplett

Daimler wird in kürze alle Anteile seiner Carsharing-Tochter Car2Go übernommen haben. Marktbeobaschter werden dies als Zeichen für die Fusion mit dem Wettbewerber DriveNow von BMW

Der Daimler-Konzern hat die restlichen Anteile an seiner Carsharing-Tochter Car2Go in Europa komplett von der Autovermietung Europcar übernommen. Damit könnte ein nächster Schritt zu einer möglichen Fusion mit dem bisherigen Konkurrenten DriveNow von BMW vollzogen sein.

Die Daimler-Finanzsparte teilte am Donnerstag mit, dass die Stuttgarter die übrigen 25 Prozent der Car2Go Europe GmbH kaufen, die bisher beim französischen Unternehmen Europcar lagen. Sollten die Aufsichtsbehörden dies genehmigen, kann Daimler so seine bislang 75 Prozent auf sämtliche Anteile an Car2Go aufstocken.

In der Branche wird bereits seit längerem damit gerechnet, dass der Carsharing-Anbieter mit dem BMW-Ableger DriveNow zusammengelegt werden könnte. Ende Januar hatte der Autovermieter Sixt seinen bisherigen 50-Prozent-Anteil an DriveNow für 209 Millionen Euro an BMW verkauft. Eine Freigabe des Deals wird für das Frühjahr erwartet. Aus Industriekreisen hieß es, eine Fusion von Car2Go und DriveNow könnte dann bald folgen.

DriveNow hatte europaweit zuletzt eine Million Kunden, Car2Go mit drei Millionen deutlich mehr. Carsharing gilt als wichtiges Zukunftsfeld im Wettbewerb der Autobauer mit Internet-Plattformen wie Google oder Uber.

Carsharing hat in den vergangenen Jahren starken Zulauf bekommen. Bei Angeboten wie Car2Go und DriveNow können die Autos in bestimmten Großstadtzonen per Handy geortet und nach Gebrauch an einem beliebigen Platz wieder abgestellt werden.

Allerdings verdienen die Firmen bisher kaum etwas an der Kurzzeitmiete. Autoproduzenten wie Daimler oder BMW sehen im Carsharing auch einen Einstieg für potenzielle Kunden, die so Fahrzeuge testeten und sich später für ein eigenes entschieden. Car2Go hat 14.000 Autos und drei Millionen Kunden, DriveNow hat 6000 Autos und eine Million Kunden. Zu Umsatz, Gewinn oder Verlust äußerten sich die beiden Firmen nicht.

rei/dpa

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