Dienstag, 24. Oktober 2017

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Mercedes-Rendite über 10 Prozent Daimler-Kunden geben weiter Diesel-Schub

Mercedes-Benz E-Klasse

Der Autobauer Daimler legt trotz der Debatten um Diesel-Manipulationen und Fahrverbote weiter zu. Im zweiten Quartal kletterten Umsatz und Gewinn dank des anhaltenden Aufschwungs bei Mercedes-Benz kräftig, wie der Dax -Konzern am Mittwoch mitteilte. Das lag vor allem an der neuen E-Klasse sowie den Stadtgeländewagen (SUV), die bei den Kunden gut ankommen.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg um 15 Prozent auf 3,75 Milliarden Euro, der Umsatz um 7 Prozent auf 41,2 Milliarden Euro. Das lag vor allem am weiter schwungvollen Absatz im Kerngeschäft mit Autos. Der stieg um 9 Prozent im abgelaufenen Quartal auf fast 600.000 Fahrzeuge. Daimler Börsen-Chart zeigen verteidigte im zweiten Quartal seine Position als größter Premiumhersteller weltweit vor BMW Börsen-Chart zeigen.

Bei des Geschäftszahlen schnitt Daimler aber nicht so stark ab wie von Analysten zuvor geschätzt. Die vielbeachtete Umsatzrendite (Ebit) von Mercedes-Benz Cars kletterte um 3,8 Prozentpunkte auf 10,2 Prozent. Allerdings war der operative Gewinn vor Jahresfrist niedrig ausgefallen, da Kosten für den Austausch von Airbags und andere Sonderfaktoren belastet hatten. Der gerade erst gestartete historische Rückruf von drei Millionen Diesel-Autos wirkt sich auf die aktuellen Zahlen noch nicht aus.

Lkw-Sparte schrumpft nicht mehr

Unter dem Strich konnte Daimler mit 2,44 Milliarden Euro den Gewinn nach Minderheitsanteilen knapp steigern. Im Nutzfahrzeuggeschäft verkaufte Daimler 8 Prozent mehr Lkws, nachdem der Absatz im Auftaktquartal noch geschrumpft war. Hier hob der Konzern die Absatz- und Gewinnprognose an. Das operative Ergebnis soll nun das Vorjahresniveau erreichen statt darunter zu liegen.

Doch der Erfolg wird von Dieselbetrugs- und Kartellvorwürfen überschattet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, ob bei Mercedes-Benz die Abgasreinigung ähnlich wie bei Volkswagen manipuliert wurde. In der Konzernheimat Stuttgart drohen Fahrverbote. Dennoch weitet der Hersteller seine Modellpalette schwerer Diesel-Maschinen weiter aus. Der Konzern will zwar in wenigen Jahren hunderttausende Elektroautos bauen, sieht das aber weiterhin als Randgeschäft.

Zudem prüft die EU-Kommission, ob Daimler mit den anderen deutschen Herstellern Volkswagen Börsen-Chart zeigen und BMW seit den 90er Jahren im großen Stil illegale Absprachen zu Technik, Lieferanten und Märkten traf. Einem Insider zufolge hatte Daimler noch vor VW den Kartellverdacht gegenüber den Behörden gebeichtet. So könnte der Autobauer aus Stuttgart als Kronzeuge straffrei ausgehen. Der Konzern lehnte einen Kommentar zu dem von allen Herstellern als "Spekulationen" bezeichneten Thema weiterhin ab.

Daimler sieht sich dennoch gut gewappnet für weiteres Wachstum. Finanzchef Bodo Uebber kündigte an, die Ausgaben für Investitionen sowie für Forschung und Entwicklung in diesem und im kommenden Jahr nochmals deutlich zu erhöhen. "Die für diesen Wachstumskurs nötige Finanzkraft haben wir", erklärte er.

ak/dpa-afx/rtr

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