Sonntag, 24. Juni 2018

Kabelprobleme Mercedes ruft mehr als 1 Million Autos zurück

Mercedes-Benz E-Klasse

Mercedes-Benz ruft wegen defekter Kabel weltweit mehr als eine Million Autos zurück. In seltenen Fällen könnte der Airbag grundlos ausgelöst werden. Auch in Deutschland sind mehrere Hunderttausend Fahrzeuge betroffen.

Wegen defekter Kabel an der Lenksäule will Mercedes-Benz weltweit mehr als eine Million Autos in die Werkstätten zurückrufen. Darunter seien 400.000 Fahrzeuge verschiedener Baureihen in Großbritannien und mehrere Hunderttausend in Deutschland, sagte ein Mercedes-Sprecher.

Betroffen seien Autos der Klassen A, B, C und E sowie Modelle der Typen CLA, GLA und GLC, die zwischen November 2011 und Juli 2017 in den Handel gelangten.

Durch einen technischen Fehler könne in seltenen Fällen bei den Fahrzeugen der Airbag grundlos ausgelöst werden. Bei einigen Dutzend Autos war das passiert. Dies lag an einer Fehlerkette, die mit defekten Kabeln zusammenhing: Eine statische Aufladung durch Lenkbewegungen konnte im Fall eines Kabelbruchs nicht richtig abgeleitet werden. Dadurch wurde fälschlicherweise der Airbag ausgelöst.

Das Problem werde behoben durch eine "ausreichende Erdung der Lenksäule", die Spannung werde sich also wieder richtig entladen können, sagte der Sprecher. Man habe die Behörden verschiedener Staaten in der vergangenen Woche informiert. Der Rückruf werde in den nächsten Wochen beginnen, wenn die entsprechenden Ersatzteile vorliegen.

Mercedes rief die Kunden dazu auf, den Autobauer oder einen örtlichen Händler zu kontaktieren, sollte bei ihnen die Airbagkontrollleuchte brennen. Zugleich sicherte das Unternehmen zu, seinerseits die betroffenen Kunden zu kontaktieren. Die Reparatur in der Werkstatt dauert demnach eine Stunde, die Kosten werden von Mercedes übernommen.

Der Rückruf stehe aber nicht im Zusammenhang mit dem japanischen Airbaghersteller Takata, erklärte Mercedes. Die Firma hatte jahrelang defekte Airbags an Hersteller weltweit geliefert. Im Zusammenhang mit dem Skandal mussten 100 Millionen Autos weltweit zurückgerufen werden.

dpa/AFP

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