Samstag, 19. Januar 2019

Für Elektroauto-Produktion bis 2030 Daimler kauft Batteriezellen für 20 Milliarden Euro

Dieter Zetsche stellte im September dieses Jahres den ersten Spross seiner Elektroauto-Familie EQ vor. Der Elektro-SUV EQC soll ab Mitte 2019 in den Handel kommen

Für Batteriezellen für seine Elektrofahrzeuge gibt Daimler in den kommenden Jahren mehr als 20 Milliarden Euro aus. Die jetzt mit asiatischen Herstellern geschlossenen Verträge sicherten die eigene Produktion bis ins Jahr 2030 ab, heißt es.

Für Batteriezellen für seine Elektrofahrzeuge gibt der Autobauer Daimler in den kommenden Jahren mehr als 20 Milliarden Euro aus. Die Verträge mit verschiedenen Lieferanten sicherten die Versorgung der eigenen Produktion bis ins Jahr 2030 ab, teilte der Konzern am Dienstag mit.

Details zu den Lieferanten nannte Daimler nicht, nur dass sie in Asien und Europa sowie künftig auch in den USA produzieren. Daimler baut die Batterien an sich zwar selbst, kauft die Zellen - den wesentlichen Baustein dafür - aber bei externen Lieferanten zu. Die Lieferverträge seien so ausgelegt, dass man über die jeweils neueste Zellen-Technologie verfügen könne, hieß es weiter.

Daimler plant sieben weitere Batteriewerke

Ein Batteriewerk im sächsischen Kamenz ist schon in Betrieb, sieben weitere sollen noch folgen. Der Aufbau dieses Produktionsverbundes kostet eine weitere Milliarde Euro, zehn Milliarden Euro steckt Daimler zudem in Entwicklung und Produktion der Elektroauto-Flotte bei Mercedes-Benz.

Batteriezellen-Test im sächsischen Kamenz

Bis 2022 seien 130 elektrifizierte Pkw-Varianten - also reine batterielektrische Autos wie auch solche mit Hybridantrieb - geplant. Hinzu kämen Transporter, Busse und Lkw. Bis 2025 soll der Absatz reiner Elektroautos 15 bis 25 Prozent des Gesamtabsatzes betragen, bekräftigte der Autobauer

Derzeit sichern sich die Autokonzerne die Belieferung mit Batteriezellen, das Herzstück der Batterien. Während Daimler hier ausschließlich zukaufen will, liebäugelt Volkswagen mit einer eigenen Batteriezellenfertigung, wie das manager magazin bereits Ende Oktober dieses Jahres berichtete.

BMW wiederum hat in diesem Sommer seine Geschäftsbeziehung zu dem chinesischen Batteriezellen-Hersteller Contemporary Amperex Technology Ltd (CATL) über eine vereinbarte Beteiligungsoption ausgebaut. BMW ist bereits Großkunde bei CATL. Man werde Batteriezellen im Wert von vier Milliarden Euro bei CATL bestellen, hatte der Autobauer vor wenigen Wochen mitgeteilt. Eine strategische Beteiligung würde die Zusammenarbeit mit CATL noch verstärken. CATL ist inzwischen zum weltgrößten Hersteller von Batteriezellen aufgestiegen.

rei/dpa/Reuters

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