Donnerstag, 26. Mai 2016

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Testfahrer als Scheinselbstständige Daimler hat wegen Mercedes-Testfahrern Ärger mit der Justiz

Testfahrt für die Mercedes E-Klasse: Testfahrer jagen auch mal über unbefestigte Pisten. Offenbar haben einige Subunternehmen den rechten Pfad verlassen und Scheinselbstständige beschäftigt. Daimler zahlt nun Sozialbeiträge nach

Hamburg - Der Autokonzern Daimler hat Ärger mit der Justiz. Subunternehmer sollen Testfahrer im großen Maßstab als Scheinselbständige beschäftigt haben. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt gegen Verantwortliche bei der Beteiligung MB-Tech sowie mehrere Unternehmer aus Baden-Württemberg. Bis zu drei Ebenen sollen nach Informationen von manager magazin zwischen dem Konzern und den Testfahrern existiert und profitiert haben, die Fahrer waren also zum Teil bei Sub-Sub-Subunternehmern beschäftigt. Auch zwei Daimler-Manager sollen ins Visier der Ermittler geraten sein. Dies berichtet das Magazin in seiner kommenden Ausgabe, die ab Freitag (22. Januar) im Handel erhältlich ist.

Laut einem Vertrag mit der Deutschen Rentenversicherung hat sich der Konzern zusammen mit MB-Tech in der Sache auf eine pauschale Abgeltung von Sozialversicherungsbeträgen in Höhe von 9,5 Millionen Euro geeinigt und Vertraulichkeit vereinbart. Daimler übernimmt damit eigenen Angaben zufolge "freiwillig" einen Teil der finanziellen Verantwortung für das Fehlverhalten von "Drittfirmen". Das Dokument, das manager magazin vorliegt, wurde unter anderem von Eckhard Kreßel (58) unterzeichnet, der die Daimler-Abteilung "Personal- und Arbeitspolitik" leitet.

Testfahrer wollen nachträgliche Festanstellung einklagen

Insidern zufolge könnten auch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bald mit einer Zahlung in Höhe von bis zu 10 Millionen Euro enden. Einer möglichen Einigung zwischen Konzern und Behörden müsste das zuständige Gericht allerdings noch zustimmen.

Daimler und MB-Tech mochten zu den Ermittlungen oder Einzelpersonen keine Angaben machen. Daimler betont, Missbrauch zu verurteilen und 2013 "soziale Standards" für Werkvertragsfirmen definiert zu haben. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart bestätigt nur, dass in der Sache weiterhin ermittelt werde, lehnte detaillierte Angaben zu Firmen oder Personen jedoch ab.

Die Arbeitsgerichte wird das Thema indes weiterhin beschäftigen, da mehrere Testfahrer eine nachträgliche Festanstellung auf dem Klageweg anstreben.

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