Samstag, 23. Februar 2019

Prognose für 2018 gesenkt Handelsstreit - Daimler warnt vor niedrigeren Gewinnen

Daimler wird wohl weniger Autos in China verkaufen, erwartet der Konzern

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China und die Dieselaffäre hinterlassen bei Daimler Spuren. Für das laufende Jahr warnt der Autobauer vor geringeren Gewinnen - und einem fallenden Absatz im Wachstumsmarkt China.

Daimler hat wegen des US-chinesischen Handelsstreits eine Gewinnwarnung für das laufende Geschäftsjahr herausgegeben. Die höheren chinesischen Zölle für in den USA hergestellte Autos könnten nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden, teilte der Konzern am späten Mittwochabend mit.

Zudem werde man wegen der Abgaben wohl weniger Geländewagen in der Volksrepublik als erwartet verkaufen. Als weitere Gründe nannte der Autobauer neue Standards für Abgastests, den Rückruf von Dieselautos und eine schwächere Nachfrage nach Bussen in Lateinamerika. Viele Aktionäre gaben ob solch schlechter Nachrichten Verkaufsorders in Auftrag und drückten die Aktie von Daimler Börsen-Chart zeigen um 4 Prozent ins Minus.

Der Betriebsgewinn (Ebit) des Konzerns werde wegen dieser Entwicklungen voraussichtlich leicht unter dem Vorjahresniveau liegen. Bisher war ein Ebit leicht über dem 2017er Wert von 14,7 Milliarden Euro angepeilt worden.

Die USA haben Zölle für zahlreiche chinesische Produkte erlassen, worauf die Führung in Peking mit höheren Abgaben auf amerikanische Waren reagiert hat. Zudem hat US-Präsident Donald Trump mit weiteren Aufschlägen auf chinesische Waren mit einem Volumen von 200 Milliarden Dollar gedroht. China hat für diesen Fall Vergeltung angekündigt.

Davon betroffen wären möglicherweise SUVs, die aus dem Daimler-Werk in Alabama in die Volksrepublik geliefert werden. Allein im vergangenen Jahr wurden in dem US-Bundesstaat mehr als 286.000 Fahrzeuge gebaut, die nach Unternehmensangaben in mehr als 135 Märkte exportiert werden.

Zudem rechnet Daimler mit Belastungen durch den Rückruf von Dieselfahrzeugen. Wegen des Vorwurfs einer unzulässigen Abgastechnik muss Daimler europaweit 774.000 Fahrzeuge zurückrufen - darunter 238 000 in Deutschland. Daimler will den Rückruf umsetzen, hatte unlängst aber Widerspruch angekündigt.

Rei/Reuters/dpa

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