Donnerstag, 16. August 2018

Geely wagt offenbar zweiten Versuch Chinesen wollen bei Daimler einsteigen

Volvo gehört ihm schon, jetzt will Geely-Gründer und CEO Li Shufu auch bei Daimler mitfahren

Der chinesische Autobauer Geely soll seine Leidenschaft für die Marke mit dem Stern schon einmal mit einem milliardenschweren Angebot untermauert haben. Mit bis zu 5 Prozent wollte die Volvo-Mutter bei Daimler über eine Kapitalerhöhung einsteigen, berichtete der englischsprachige Dienst der Nachrichtenagentur Reuters Ende November. Doch Daimler habe die Chinesen abblitzen lassen, Geely solle sich die Aktien doch bitte sehr auf dem freien Markt besorgen.

Geely kann es nicht lassen, startet offenbar einen zweiten Anlauf, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf das chinesische Finanznachrichtenportal JRJC. Beide Unternehmen hätten die Meldung nicht kommentieren wollen.

Geely zählt mit einem Marktanteil von 5 Prozent zu den großen chinesischen Herstellern und soll es vor allem auf die Batterietechnologie der Stuttgarter abgesehen haben. Geely habe zusammen mit den Stuttgartern ein Gemeinschaftsunternehmen für Elektroautos bilden wollen, hieß es seinerzeit. Geely besitzt bereits die schwedische Traditionsmarke Volvo und will ab 2019 nur noch elektrische Volvo-PkW auf den Markt bringen.

Geely-Autoproduktion

Der Absatz von Elektroautos in China wächst rasant: Durch staatliche Subventionen einerseits und zunehmende Regulierung des herkömmlichen Verkehrs mit Verbrennungsmotoren in chinesischen Metropolen andererseits. Der Markt für E-Autos im Reich der Mitte verheißt daher riesiges Potential, entsprechend hart ist der Wettbewerb auch unter chinesischen Herstellern selbst.

Daimlers chinesischer Kooperationspartner BAIC und der chinesische Elektrofahrzeug- und Batteriehersteller BYD liefern sich hier ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Um mehr Geld für kostspielige Investitionen einzusammeln, plant BAIC jetzt laut Bloomberg einen 4,5 Milliarden Dollar schweren Börsengang seiner Elektroauto-Tochter Beijing Electric Vehicle (BJEV) in Shanghai. BJEV soll im vergangenen Jahr seinen Anteil am chinesischen Markt für Elektroautos auf 23 Prozent ausgebaut haben.

Auch deutsche Hersteller wollen diesen Markt mit eigenen Produkten bedienen. Das geht aber nur über Joint-Ventures mit lokalen Herstellern vor Ort. BAIC ist Daimlers langjähriger Kooperationspartner und bislang auch bevorzugter Partner für seine Elektroautopläne in China. Erst im Sommer vergangenen Jahres vereinbarten die beiden, gemeinsam rund 700 Millionen Euro in den Aufbau einer Batteriefabrik und in eine Elektroautoproduktion zu investieren. Elektroautos mit dem Stern sollen im Zuge dieses Joint-Ventures ab dem Jahr 2020 in China vom Band laufen.

Ob dann neben dieser weitreichenden Kooperation Platz für eine weitere mit "Geely" als möglichen neuen Daimler-Großaktionär ist, muss sich noch erweisen.

rei

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