Sonntag, 21. Oktober 2018

Li Shufu Großaktionär Geely will Daimler in Allianz drängen

Ist vom Wert weiterer Kooperationen überzeugt: Geely-chef und Daimler-Großaktionäre Li Shufu
AP/Song fan - Imaginechina
Ist vom Wert weiterer Kooperationen überzeugt: Geely-chef und Daimler-Großaktionäre Li Shufu

Der Chef des Daimler-Großaktionärs Geely, Li Shufu, will den Konzern offenbar in eine Allianz drängen. "Wir müssen aktiv die Möglichkeit umfangreicher Allianzen ausloten", fordert Li in einem FAZ-Beitrag und nennt zugleich ein Ziel: "Die Rendite der Aktionäre zu steigern". Daimler-Chef Dieter Zetsche dürfte die forsche Ansage des Großinvestors nicht gerade gefallen.

Man kann nicht sagen, dass Dieter Zetsche seinen neuen Großaktionär Geely gerade mit offenen Armen empfangen hätte. Eher professionell und unterkühlt reagierten die Stuttgarter seinerzeit auf die Tatsache, dass sich Geely-Chef Li Shufu 10 Prozent der Daimler-Aktien Börsen-Chart zeigen zusammengekauft hatte.

Schon seit geraumer Zeit versucht der chinesische Milliardär, die europäische Autoindustrie aufzumischen. Den Einstieg 2011 beim schwächelnden Autobauer Volvo belächelten die Wettbewerber zunächst, mussten aber schnell feststellen, dass Li die Übernahme zum Erfolg führte. Beteiligt ist Li auch am gleichnamigen schwedischen Lkw-Bauer, am malaysischen Hersteller Proton, dem Start-Up für fliegende Fahrzeuge Terrafugia und dem Hersteller der traditionellen schwarzen Londoner Taxis.

"Zahlreiche Akquisitionen" böten beträchtliche Chancen für Technologien, niedrigere Kosten und neue Märkte, ist Li überzeugt. Will der Tausendsassa jetzt auch Daimler in eine vertiefte Allianz drängen? Es scheint fast so.

"Wir müssen aktiv die Möglichkeit umfangreicher Allianzen ausloten, anstatt uns der Realität zu entziehen und den Kopf in den Sand zu stecken", schreibt Li in einem Beitrag für die "FAZ" (kostenpflichtig) und ruft zur Prüfung von Partnerschaften auf: "Wenn eine mögliche Partnerschaft den Anforderungen von Gesetzen und Verordnungen entspricht, kann und sollte jede bilaterale und multilaterale Zusammenarbeit von beiderseitigem Nutzen diskutiert werden."

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Traditionelle Autobauer benötigten ein Selbsterwachen, heißt es schon ein wenig missionarisch in dem Beitrag. "Diejenigen, die bereit sind, sich zusammenzuschließen, um proprietäre digitale Plattformen zu schmieden, die von ihren verschiedenen Marken gemeinsam genutzt werden können, werden ein Erfolgsrezept haben, da unsere Branche immer härter umkämpft wird."

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