Mittwoch, 22. August 2018

Autobauer gibt sich neue Struktur Daimler beschließt Dreiteilung

Dreiteilung im Stern schon angelegt: Vorstand und Aufsichtsrat haben die neue Aufteilung des Daimler-Konzerns in drei sebständige Bereiche beschlossen, Die nächste Hauptversammlung soll die neue Konzernstruktur endgültig besiegeln

Daimler folgt dem Trend zur Aufgliederung großer Industriekonzerne: Das Stuttgarter Unternehmen soll in die drei rechtlich selbständige Einheiten Mercedes-Benz, Truck und Mobility aufgeteilt werden, wie Vorstand und Aufsichtsrat am Donnerstag mitteilten.

Die einmaligen Kosten für den Umbau einschließlich Steuereffekten bezifferte Daimler bis 2020 auf einen hohen dreistelligen Millionenbetrag. Hinzu kommen laufende Kosten, die etwas niedriger liegen und mittelfristig zurückgefahren werden sollen. Insgesamt lassen sich die Schwaben die Operation rund eine Milliarde Euro kosten. Endgültig abgesegnet werden soll das Vorhaben von den Aktionären auf der Hauptversammlung im nächsten Jahr. Über die Umbaupläne hatte das manager magazin bereits im August 2017 exklusiv berichtet.


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"Mit der neuen Organisationsstruktur stellt sich Daimler Börsen-Chart zeigen für den rasanten Wandel der Mobilitätsbranche und die damit verbundenen strategischen Herausforderungen auf", sagte Aufsichtsratschef Manfred Bischoff. Den Mitarbeitern sicherte das Unternehmen eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2029 zu. Zudem stellte der Konzern bis 2024 Investitionen von 35 Milliarden Euro in die deutschen Standorte in Aussicht.

Aus fünf werden drei Dvisionen

Derzeit besteht der Konzern aus fünf Divisionen. Künftig werden die Vans der Pkw-Sparte zugeschlagen und die Busse den Lkws. Die Sparte Financial Services wird in Daimler Mobility AG umbenannt. In ihr werden neben den Finanzdienstleistungen bereits Mobilitätsdienste wie etwa Carsharing geführt. Damit entstehen unter dem Dach der Daimler AG drei unabhängige Einheiten. Ziel des Umbaus ist eine größere Flexibilität beim Wandel der Branche hin zu Elektromobilität, selbstfahrenden Autos und Mobilitätsdienstleistungen. Die Stuttgarter wollen dadurch auch in der Lage sein, leichter Kooperationen und Partnerschaften in einzelnen Geschäftsfelder einzugehen.


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Auch Siemens, Volkswagen und dem Zulieferer Continental verfolgen ähnliche Pläne. Anders als Conti plant Daimler derzeit jedoch keinen Teilbörsengang einer Sparte. Spekulationen über eine Abspaltung des Nutzfahrzeuggeschäfts und einen möglichen Verkauf hat Daimler widersprochen. Analysten hoffen auf einen Börsengang des Lkw-Geschäfts oder der Mobilitätsdienstleistungen. Konkurrent Volkswagen bereitet derzeit einen Börsengang seiner Lkw-Sparte vor.

Rei/Reuters

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