Donnerstag, 21. Juni 2018

Wahlen im Frühjahr Daimler-Chef über Einfluss rechtsextremer Betriebsräte alarmiert

Daimler-Chef Dieter Zetsche

Arbeitnehmervertreter vom rechten Rand könnten bei den Betriebsratswahlen bald an Einfluss gewinnen. Bei Daimler haben sie bereits mehrere Posten erobert. "Das lässt uns nicht kalt", sagt Konzernchef Zetsche.

Daimler-Chef Dieter Zetsche hat sich alarmiert über den wachsenden Einfluss rechtsextremer Arbeitnehmervertreter gezeigt. "Wir verfolgen diese Entwicklung mit Sorge", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" ("SZ") den Manager, "das lässt uns nicht kalt".

Im Frühjahr stehen in Deutschland Betriebsratswahlen an. Im Vorfeld hatte bereits der Deutsche Gewerkschaftsbund vor einer zuehmenden Mobilisierung durch die AfD und andere rechte Gruppen gewarnt. DGB-Chef Reiner Hoffmann prophezeite jedoch, die Initiativen würden "wie Seifenblasen zerplatzen - wegen Unfähigkeit".

Bei Daimler konnte die Gruppe "Zentrum Automobil" allerdings schon Erfolge verzeichnen. Im Stammwerk Stuttgart-Untertürkheim besetzt sie vier von 45 Betriebsratssitzen. Federführend bei dem Bündnis ist Oliver Hilburger, der früher die Christliche Gewerkschaft Metall vertrat und Gitarrist der rechtsextremen Band "Noie Werte" war. Hilburger sprach gegenüber der "SZ" von "großen Misständen" bei der IG Metall und kündigte an: "Wir sind angetreten, jetzt für Ordnung zu sorgen."

Ähnliche Initiativen gibt es auch bei anderen Autobauern wie BMW, Opel und Audi. Unterstützt werden die rechten Gewerkschafter vom ultrarechten Publizisten Jürgen Elsässer. Daimler-Chef Zetsche plädierte dafür, den Einfluss der Gruppierungen bei den Betriebsratswahlen kleinzuhalten. "Ich fordere die Mitarbeiter zu einer hohen Beteiligung an der Wahl auf."

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