Dienstag, 25. September 2018

Verbrenner und Elektro-Antrieb Conti prüft Börsengang seiner Antriebsparte

Continental: Mögliche Dreiteilung im Gespräch

Der Autozulieferer Continental erwägt, seine Antriebssparte auszugliedern und einen Teil davon an die Börse zu bringen. Konzernchef Elmar Degenhart sagte am Freitag vor den Aktionären, Conti baue die Sparte, in der das Geschäft mit Verbrennungsmotoren und Elektroantrieben und die dazugehörige Steuerungselektronik gebündelt sind, weiter aus.

"Das kann bedeuten, wir verselbständigen teilweise das Geschäft als eigenständige Organisation. Dieser geben wir mehr unternehmerischen Freiraum." Damit signalisierte der Conti-Chef, dass die Niedersachsen die Sparte rechtlich verselbständigen und einen Teil an die Börse bringen könnten. Die Mehrheit bliebe dann bei dem Dax-Konzern aus Hannover.

Continental Börsen-Chart zeigen hatte zu Jahresanfang angekündigt, über einen Umbau des Unternehmens mit weltweit mehr als 235.000 Beschäftigten und einem Umsatz von zuletzt 44 Milliarden Euro nachzudenken. Später konkretisierte das Management, es gebe Überlegungen, agile Einheiten zu schaffen, die unabhängiger entscheiden und sich Marktgegebenheiten schneller anpassen könnten.

Angesichts des technologischen Wandels in der Autoindustrie hin zu Elektromobilität, Digitalisierung und selbstfahrenden Autos müsse Continental in der Lage sein, flexibel zu reagieren. Bis spätestens zur Jahresmitte wolle man sich zu den Plänen äußeren.

Zukunftsbündnis mit den Mitarbeitern

Um die Belegschaft bei dem bevorstehenden Umbruch mitzunehmen, hat das Management ein "Zukunftsbündnis" mit dem Betriebsrat und den Gewerkschaften geschlossen. Darin gibt Conti den Mitarbeitern der Sparte Powertrain bereits jetzt eine Beschäftigungsgarantie von fünf Jahren für den Fall, dass es zu organisatorischen Änderungen kommt. An den geltenden Tarifverträgen soll nicht gerüttelt werden.

Aktionärssprecher forderten, der Konzern solle nicht nur die Arbeitnehmer, sondern auch die Kleinaktionäre in seine Pläne einbeziehen. Sie wollten mehr Details erfahren. Darauf ging Conti-Chef Degenhart nicht näher ein, sondern verwies darauf, dass noch keine Entscheidungen getroffen seien. "Wir spielen derzeit Szenarien durch mit dem Ziel, unsere Organisation noch flexibler auf die Herausforderungen in der Automobilindustrie auszurichten. Wir befinden uns jedoch im Analysestadium."

manager magazin hatte bereits vor einiger Zeit über ein Drei-Teile-Szenario berichtet, wonach der Konzern aus der bereits eigenständigen Rubber Group mit dem Reifengeschäft als Kern, der Antriebssparte Powertrain und als drittem Teil den zusammengefassten Einheiten Chassis, Safety und Interior bestehen könnte. Die dritte Einheit enthielte alles, was mit autonomem Fahren, neuen Mobilitätsdiensten und Infotainment zu tun habe. Bei Bedarf könnten Teile an die Börse gebracht werden.

la/dpa/reuters

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