Donnerstag, 26. Mai 2016

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Steuerlast BMW i3 hat in China weiter das Nachsehen

Angela Merkel bestaunt das Elektroauto BMW i3 - vor gut einem Jahr zur Eröffnung der Automobilmesse in Frankfurt am Main

Die Subventionen für Elektroautos fallen in China sehr unterschiedlich aus. Mit einer neuen Liste könnte sich das ändern. Importierte E-Autos von BMW oder Tesla gehen aber weiter leer aus. Analysten beklagen eine neue Form des Protektionismus.

Peking - China streicht die zehnprozentige Verkaufssteuer für 17 Elektroauto-Modelle. Gefördert werden aber auch weiterhin nur in China gefertigte Elektrofahrzeuge. Importwagen wie vom US-Hersteller Tesla oder der BMW i3 gehen leer aus, wie aus einer Liste hervorgeht, die die "Volkszeitung" auf ihrer Internet-Seite veröffentlichte.

Für eine Aufnahme seien "umfangreiche technische Anforderungen und Tests notwendig", sagte ein BMW-Sprecher am Dienstag in München. BMW arbeite intensiv daran, dass der i3 und der gemeinschaftlich mit dem chinesischen Partner in China entwickelte Zinoro ebenfalls in den Genuss der Steuervorteile kämen.

Von den deutschen Herstellern schaffte es nur Mercedes mit seinem gemeinsam mit dem Autobauer BYD (Build Your Dreams) in China produzierten Denza auf die Liste. Als zweiter ausländischer Autobauer kann General Motors mit seinem Gemeinschaftsprojekt Springo von den Steuervorteilen profitieren.

Analyst spricht von neuer Form des Protektionismus

Wegen der bislang geringen Verkaufszahlen dürfte den deutschen Herstellern von Elektroautos die Ungleichbehandlung noch nicht sonderlich schaden, sagt Frank Schwope, Analyst der Nord LB, im Gespräch mit manager magazin online. Gleichwohl sieht er in der neuen Liste "eine neue Form des Protektionismus".

Die Geschäfte für deutsche Autobauer in China liefen nach wie vor sehr gut - Absatz und Margen lägen auf hohem Niveau. Ausländische Hersteller müssten sich künftig aber auf stärkere Restriktionen einstellen. "Peking und die chinesischen Provinzregierungen werden die heimischen Autobauer künftig noch sehr viel stärker schützen", ist der Experte überzeugt.

Bislang schafften es nur Mercedes und GM auf die Liste

In China können ausländische Firmen in strategisch wichtigen Industriezweigen nur in Gemeinschaftsunternehmen mit chinesischen Partnern tätig sein. Dazu zählt die Autoproduktion. Ausländische Autohersteller stehen in China wegen des Vorwurfs der Preisabsprache derzeit unter starker Beobachtung. Chinas oberste Preiswächter weisen aber den Vorwurf zurück, ausländische Konzerne zu benachteiligen.

Neben den Steuervorteilen bieten die Zentralregierung sowie einzelne chinesische Metropolen wie Peking, Shanghai und Shenzhen noch erhebliche Subventionen, die zusammengenommen bis zu umgerechnet 13.000 Euro erreichen können. Allerdings ist diese Förderung lokal sehr unterschiedlich. Die jetzt vorliegende Liste könnte ein erster Schritt sein, um die Unterstützung landesweit zu vereinheitlichen.

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rei mit Material von Nachrichtenagenturen

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