Sonntag, 18. November 2018

Ab 2019 mit 1500 E-Golfs in Berlin am Start Carsharing + Digitales - VW beginnt die Aufholjagd

Volkswagen: Carsharing-Dienst WeShare startet in Berlin
Volkswagen

Beim Teilen von Autos hat der Volkswagen-Konzern bislang wenig Fortune bewiesen: In den vergangenen Jahren haben Daimler und BMW ihre Carsharing-Angebote Car2Go und Drivenow in Dutzenden Städten an den Start gebracht - nun wollen sie ihre Angebote zusammenlegen. Die Wolfsburger beließen ihre Gehversuche in diesem Bereich bislang bei einem Pilotversuch in Hannover: Das Quicar genannte Angebot lief von 2011 bis 2016 mehr schlecht als recht in der niedersächsischen Hauptstadt, bevor es der Konzern an den niederländischen Carsharing-Spezialisten Greenwheelsweiterreichte.

Doch seit dem Abgasskandal hat Deutschlands Autoriese nicht nur eine neue Führung, sondern auch eine neue Strategie. Die sieht vor, bei Mobilitätsdiensten ganz vorne mitzuspielen - und Marktführer bei Elektroautos zu werden. Der Volkswagen-Konzern, so betonen dessen Topmanager bei jeder Gelegenheit, befindet sich in der Transformation.

Ingenieure werken an einem Elektroauto-Baukasten, der als Basis für eine ganze Familie an E-Fahrzeugen dienen wird. Für seine Mobilitätsdienste-Ambitionen hat Volkswagen die Marke Moia ins Leben gerufen, die ab dem kommenden Jahr in Hamburg Shuttledienste in elektrischen VW-Transportern anbieten will.

Was macht nun die Kernmarke VW, die immerhin für gut 60 Prozent aller konzernweit verkauften Autos steht, in dieser neuen Mobilitätswelt? Sie versucht, die technischen und organisatorischen Umbrüche in einer Veranstaltung mit dem trockenen Titel "Die digitale Transformation von VW" zu erklären. Dabei haben VW-Manager neben allerlei Hochtrabendem zum geplanten VW-Ökosystem durchaus Bodenständiges mitgebracht.

VW verteilt 1500 E-Golfs über ganz Berlin

Denn wie VW-Vertriebschef Jürgen Stackmann bekräftigte, versucht sich VW bereits im kommenden Jahr an einem zweiten Anlauf beim Autoteilen - und zwar gleich auf dem härtesten deutschen Pflaster für ein solches Vorhaben: Im zweiten Quartal 2019 will VW in Berlin seinen Carsharing-Dienst WeShare starten - mit zunächst 1500 elektrischen Golf-Fahrzeugen, später sollen dann noch 500 e-Ups dazukommen.

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Funktionieren soll das neue Sharing-Angebot ganz ähnlich wie die Konkurrenz, allerdings setzt VW da von vorne herein auf Größe: Die Car2Go-Flotte in Berlin umfasst aktuell 1100 Fahrzeuge, bei DriveNow sind in der Hauptstadt 1400 Fahrzeuge im Einsatz. Neben Car2Go und DriveNow sind in Berlin aber noch eine Handvoll weiterer Carsharing-Dienste verfügbar - auf die Stackmann und seine beiden Kollegen aber erst gar nicht eingehen.

Man habe mit potenziellen Kunden gesprochen und ist "überzeugt, dass Berlin das verträgt", erklärt VW-Digitalexperte Christoph Hartung dazu auf Nachfrage. Abheben von der Konkurrenz will man sich dadurch, dass We Share ausschließlich E-Autos anbietet. Bei DriveNow sind 10 Prozent der Carsharing-Flotte in Berlin E-Fahrzeuge, Daimler setzt in der Hauptstadt ausschließlich auf Verbrennerautos..

Nach der Hauptstadt will VW seinen Carsharing-Dienst auch in anderen deutschen Großstädten anbieten. Außerdem ist ab 2020 eine Ausweitung auf "europäische Kernmärkte" und ausgewählte Städte in den USA und Kanada geplant. VW hat - wenig überraschend - dabei Städte mit mehr als einer Million Einwohner im Blick.

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