Samstag, 18. November 2017

Alle Artikel und Hintergründe

Mögliche Allianz von BMWs und Daimlers Carsharing-Diensten Sixt legt Fusion von Car2Go und DriveNow nahe

Carsharing-Autos von Car2Go (li., Daimler) und Drive Now (re,. BMW): Bald unter gemeinsamer Führung?

Deutschlands größter Autovermieter Sixt befeuert die Erwartung einer nahenden Allianz von BMW und Daimler im Carsharing. Vorstandschef Erich Sixt deutete an, dass es entsprechende Gespräche unter Einbindung seines Unternehmens gibt: "Das ist nicht unser Verschulden", antwortete Sixt bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten auf die Frage, warum es seit Monaten keine definitive Nachricht über ein Carsharing-Bündnis der zwei normalerweise rivalisierenden Autohersteller gibt.

Die Aktie von Sixt Börsen-Chart zeigen stieg im SDax am Nachmittag um 1,69 Prozent und gehörte damit zu den Top-Werten im Nebenwerte-Index.

Seit längerem kursieren unbestätigte Berichte, dass BMW und Daimler ihre jeweiligen Angebote Drive Now und Car2Go zusammenlegen könnten. manager Magazin hatte bereits im Dezember 2016 als Erster über die Fusionspläne berichtet. Damals stellte sich DriveN ow-Partner Sixt allerdings öffentlich gegen den Plan. Ende Mai berichtete manager magazin, dass Sixt nun offen für eine Zusammenarbeit sei. Zudem soll die Allianz so weit gehen, dass die beiden Carsharing-Dienste künftig unter einem gemeinsamen Namen auftreten könnten.

Carsharing ist ein "Juwel" - und ein schwieriges Geschäft

An Drive Now ist Sixt zur Hälfte beteiligt. Vor einem halben Jahr hatte der Firmenpatriarch noch erklärt, von einem solchen Deal nichts zu wissen. Dieses Mal sagte er lediglich: "kein Kommentar" - und räumte ein, dass das eine andere Aussage als bisher sei. Eine BMW-Sprecherin wollte sich anschließend nicht dazu äußern. BMW überprüfe grundsätzlich strategische Optionen.

Autovermieter Sixt nannte die Beteiligung seines Unternehmens an Drive Now ein "Juwel", betonte aber zugleich, dass Carsharing ein schwieriges Geschäft sei. Einen Markt dafür gebe es nur in Großstädten.

Unterdessen hat Sixt im ersten Halbjahr kräftig zugelegt. Der Nettogewinn stieg gemessen am Vorjahreszeitraum um unerwartet hohe 28 Prozent auf knapp 73 Millionen Euro. Sixt profitierte dabei indirekt von der schwierigen Lage im Tourismus in der Türkei, Ägypten und Tunesien. Der Autovermieter hatte darauf gesetzt, dass viele Touristen deshalb lieber nach Spanien, Frankreich und Italien reisen - was sich erfüllte. Auch in den USA liefen die Geschäfte gut, sodass die Auslandsumsätze in der Autovermietung um mehr als 12 Prozent auf 453 Millionen Euro stiegen.

Das Unternehmen erwartet im laufenden Jahr ein Ergebnis vor Steuern deutlich über den Vorjahreswert von 218,3 Millionen Euro und ein solides Umsatzwachstum. Mit einer Umsatzrendite von nahezu 10 Prozent sei Sixt der wohl profitabelste international agierende Automobilvermieter der Welt, sagte Vorstandschef Erich Sixt.

wed/dpa

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH