Samstag, 23. Februar 2019

Zusätzliche Vorwürfe gegen Ex-Nissan-Chef  Carlos Ghosn bleibt weiter in Haft 

Carlos Ghosn: Der ehemalige Nissan-Verwaltungsratschef muss bis mindestens 10. Januar in Haft bleiben

Der ehemalige Nissan-Verwaltungsratschef Chef Carlos Ghosn bleibt zehn weitere Tage im Gefängnis. Ein Tokioter Gericht verlängerte am Montag die Untersuchungshaft für den Manager bis zum 11. Januar. Ghosn war am 19. November unter dem Verdacht von Finanzvergehen festgenommen worden. Am 23. Dezember war die Untersuchungshaft zunächst bis zum 1. Januar verlängert worden.

Der Automanager wird verdächtigt, einen persönlichen Investitionsverlust von 16 Millionen Dollar auf Nissan abgewälzt zu haben. Zudem wird dem 64-Jährigen vorgeworfen, er habe in den Jahren 2010 bis 2015 ein um fünf Milliarden Yen (rund 39 Millionen Euro) zu niedriges Einkommen deklariert. Zudem soll er sich persönlich an Firmenkapital des Autobauers Nissan bereichert haben.

Ghosn weist sämtliche Anschuldigungen zurück. Ihm droht eine jahrelange Gefängnisstrafe. Nach seiner Festnahme war er zunächst in einer engen Einzelzelle untergebracht. Japanischen Medienberichten zufolge ist er mittlerweile zu besseren Haftbedingungen untergebracht. Der ehemalige Nissan-Manager Greg Kelly, der ebenfalls im November festgenommen worden war, wurde inzwischen gegen Zahlung einer Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt.

Seit Ghosn festgenommen wurde, wankt die Auto-Allianz von Renault, Nissan und Mitsubishi. Der Manager war jahrelang die treibende Kraft hinter dem Bündnis. Während Ghosn wegen des Finanzskandals bei Nissan und Mitsubishi seiner Ämter enthoben wurde, muss er seinen Chefposten bei Renault bisher nur ruhen lassen.

mihec, mit dpa, reuters afp

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