Sonntag, 24. September 2017

Prototyp des Elektro-3er auf der IAA BMW plant Konter gegen Teslas Model 3

Auf der Pirsch: BMW will Teslas Model 3 eine Elektroversion des BMW-Bestsellers 3er-Serie entgegensetzen

Mercedes will ab 2020 mit seiner Elektroauto-Reihe EQ auffahren, Audis Elektro-SUV rollt ab 2018 in Brüssel vom Band - nur von BMW Börsen-Chart zeigen hörte man zuletzt wenig zu reichweitenstarken E-Modellen. Zwar hatte das manager magazin bereits Ende Oktober 2016 von den BMW-Plänen berichtet: "Der Plan mit der eigenen E-Offensive bis 2021 zu warten, (...) hat sich als schwerer Fehler entpuppt. 2019 soll nun der Elektro-Mini kommen, 2020 ein rein batteriebetriebener X3 und danach noch ein elektrischer 3er." BMW selbst hatte sich dazu aber bislang nicht geäußert. (Lesen Sie die große mm-Analyse zu BMW hier)

Nun aber gibt es weitere Hinweise zum Zeitplan - wiewohl weiterhin nur inoffiziell: Zur Automesse IAA im September wolle BMW die Elektroversion der 3er-Reihe vorstellen, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Konzernkreise. Das Modell soll eine Reichweite von 400 Kilometern haben und damit direkt auf den amerikanischen Konkurrenten Tesla Börsen-Chart zeigen zielen.

Wann genau der Elektro-3er auf den Markt kommt und ob die Münchner den Stromboliden entgegen dem von manager magazin vermeldeten Zeitplan vorziehen, ist derzeit noch ungewiss. BMW lehnt weiterhin eine Stellungnahme ab.

Tesla Motors will im Juli die Fertigung seines Model 3 starten. Mit dem Wagen, der ab 35.000 Dollar verkauft wird, zielt Tesla auf den Massenmarkt. Das Model 3 kommt mit einer Akkuladung laut offiziellen Angaben bis zu 345 Kilometer weit.

Ein Prototyp für eine Messe ist für BMW vergleichsweise schnell auf vier Räder gestellt. Doch bis die Serienversion dann tatsächlich gefertigt wird, vergehen oft noch Jahre. So war es etwa bei Audis Elektro-SUV. Die Ingolstädter stellten ihr e-tron quattro concept genannten ersten Prototypen für den Elektro-Boliden im September 2015 vor. Gefertigt wird die Serienversion aber erst im kommenden Jahr. Und Mercedes präsentierte seine EQ-Reihe erstmals im Herbst vergangenen Jahres in Paris. Verkauft werden die Daimler-Stromer aber erst ab 2020.

BMW hat Elektroauto-Pläne deutlich beschleunigt

Dass BMW seine ursprünglichen Elektroauto-Pläne deutlich beschleunigt, berichtete manager magazin bereits im vergangenen Oktober.

Ursprünglich wollte BMW mit seiner großen E-Offensive bis 2021 warten und bis dahin kein neues, reines E-Modell auf den Markt bringen. Denn ab 2021 sollte dann eine neue Fahrzeugarchitektur serienreif sein. Sie erlaubt es, jedes Modell mit einem reichweitenstarken Elektroantrieb oder einem Wasserstoffmotor auszustatten.

Doch diese Pläne sind Makulatur. Denn die deutschen Konkurrenten schalten schneller als BMW auf Elektroantriebe um. Audi startet 2018 mit seinem Elektro-SUV, Porsche will 2019 den Elektrosportwagen Mission E auf den Markt bringen, Mercedes legt ab 2020 los.

Newsletter von Wilfried Eckl-Dorna

Bislang war geplant, die E-Version des 3ers erst nach 2020 auf den Markt zu bringen.Fest steht immerhin, dass BMW bis Ende 2018 seiner 3er-Serie rundumerneuern wird. Denn die aktuelle 3er-Generation wird seit 2011 gebaut und ist damit bereits am Ende des üblichen Produktzyklus angelangt. Die neue Generation des 3er - wie auch die jüngste Inkarnation des 5er - sind für Elektroantrieb vorbereitet. Ihre Plattformen sind so konstruiert, dass sie auch Flachbatterien für Reichweiten von über 500 Kilometern aufnehmen können.

Deshalb ist es durchaus möglich, dass BMW seinen Elektro-3er vorzieht und noch vor 2020 auf den Markt bringt. Doch das dürfte auch davon abhängen, ob Teslas Model 3 wirklich einschlägt und Elektroautos so den Weg in breitere Bevölkerungsschichten finden. Das ist längst noch nicht ausgemacht - auch wenn die PR aus Kalifornien da ganz anders klingt und von hunderttausenden Reservierungen für das Model 3 kündet.

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