Donnerstag, 16. August 2018

Auto-Abo in den USA BMW startet Sportwagen-Flatrate - zum sportlichen Preis

BMW M5: Auch der 600 PS-Bolide ist im US-Abo verfügbar

Auto-Flatrate statt Leasing oder Kaufen: An diesem Vertriebsmodell versucht sich nun auch der Autohersteller BMW, zunächst in einem sehr engen Rahmen. Vor wenigen Tagen hat BMW Börsen-Chart zeigen einen Testlauf für sein Flatrate-Modell gestartet - in einer einzigen Stadt, nämlich in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee. Angekündigt hatte BMW den Flatrate-Vorstoß bereits im Januar - wie auch Konkurrent Mercedes, der ein ähnliches Konzept vorbereitet.

Das nun gestartete Monatsabo für ausgesuchte BMW-Boliden nennt sich "Access by BMW", funktioniert per App, und ermöglicht den Kunden kurzfristige Wechsel zwischen verschiedenen Modellen. Für einen vierstelligen Monatsbetrag haben Kunden die Wahl aus einer Flotte von bis zu sechs BMW-Modellen - die Buchung erfolgt per App, das Wunschauto wird dann von einem BMW-Mitarbeiter vollgetankt zum gewünschten Abholort gebracht.

Zunächst werden zwei verschiedene Pakete angeboten: Mit dem teureren "BMW M"-Paket für 3700 Dollar monatlich erhalten Kunden Zugriff auf besonders PS-starke Modelle des Autoherstellers, unter anderem den neuen BMW M5, das M6-Cabrio oder die M-Version des SUVs X6.

In der "Legend"-Variante für 2000 Dollar pro Monat ist der unbeschränkte Zugriff auf Fahrzeuge der 4er und 5er-Serie, den SUV X5 oder den M2 inklusive. In der Monatsgebühr sind Versicherung, Wartung und Pannenhilfe enthalten, nicht jedoch die Krafstoff-Kosten.

Eine Obergrenze für die Zahl der Wechselfahrzeuge gibt es nicht - die Kunden können also theoretisch jeden Tag ein neues Fahrzeug fahren. Sollte das Auto-Abo in Nashville Erfolg haben, will BMW das Flatrate-Modell auch in andere Städte bringen.

Auch Porsche und Cadillac testen bereits Auto-Abos

Alleine ist BMW mit dieser Idee allerdings nicht. Porsche Börsen-Chart zeigen hat in der US-Metropole Atlanta bereits im November 2017 mit "Porsche Passport" ein ähnliches Flatrate-Programm gestartet. Das teuerste Paket der Stuttgarter schlägt sich mit 3000 Dollar pro Monat zu Buche, Kunden können aus bis zu 22 verschiedenen Modellen wählen.

Cadillac bietet seit gut einem Jahr in New York, Dallas und Los Angeles eine Monats-Flatrate "Book by Cadillac" an. Bei der GM-Luxusmarke können Kunden aus neun Modelle wählen - bis hin zum Sportwagen Corvette oder dem Musclecar Camaro.

Und auch BMW-Konkurrent Mercedes hat ein ganz ähnliches Projekt am Start: Bei dem Abo-Angebot "Mercedes Me Flexperience" sollen Autoliebhaber pro Jahr zwölf verschiedene Modelle aus vier verschiedenen Segmenten mieten können. Starten soll das Pilotprojekt demnächst in Deutschland mit den beiden größten Mercedes-Händlern Beresa (Münster) und Lueg (Bochum und Essen). Preise oder einen genauen Starttermin hat Mercedes bislang nicht bekanntgegeben. In den USA soll die Mercedes-Flatrate im Juni starten - ebenfalls als Pilotprojekt in zwei Städten.

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Auch Audi hat sich bereits an einem Pilotprojekt mit einer Monatsflatrate versucht, und zwarbereits im Jahr 2014 in Berlin. Das "Audi Select" genannte Programm wird allerdings Kunden derzeit aber nicht mehr angeboten.

Ganz überzeugt ist wohl auch BMW nicht vom durchschlagenden Erfolg des Auto-Abos. Das Pilotprogramm sei eine "großartige Gelegenheit für uns zu lernen", erklärte ein BMW-Manager bei der Vorstellung von "Access by BMW". Man sei dabei auf die enge Zusammenarbeit mit den Händlern angewiesen, um die Kundenerwartungen zu übertreffen und die "nachhaltige Entwicklung" dieses neuen Geschäftsmodells sicherzustellen.

Über einen möglichen Europa-Start der BMW-Flatrate ist bislang noch nichts bekannt.

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