Mittwoch, 29. Juni 2016

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Internetvertrieb BMW-Händler fürchten um ihre Existenz

Zentrale München: BMW will jedes Auto auch künftig im Internet verkaufen und die Zahl der Niederlassungen drastisch reduzieren

Internet statt Autohaus - BMW will künftig alle Autos auch im Internet verkaufen und offenbar zahlreiche Niederlassungen aufgeben. Die Händler laufen Sturm. Auch der Wettbewerber Mercedes will sein Filialnetz offenbar ausdünnen.

München - BMW-Händler laufen Sturm gegen den geplanten Internetverkauf des bayerischen Autoherstellers. Werner Entenmann, Präsident des BMW-Händlerverbandes, sagte der "Wirtschaftswoche": "Wir haben BMW unmissverständlich gesagt, dass direkte Verkaufskanäle von uns abgelehnt werden müssen."

Nach einem Bericht des Magzins sollen künftig neben dem neuen Elektroauto i3 auch alle anderen Autos zusätzlich über das Internet verkauft werden. BMW-Deutschland-Vertriebschef Roland Krüger: "Wir können uns gut vorstellen, dass der Verkauf im Internet bei allen Modellen ergänzend eingesetzt wird." Zudem wolle BMW künftig über eine sogenannte "Mobile Sales Force" den Kunden auch zu Hause Autos verkaufen. Damit werde den veränderten Bedürfnissen Rechnung getragen.

Wie es in dem Bericht weiter heißt, plant BMW Börsen-Chart zeigen auch eine Ausdünnung seines Niederlassungsnetzes. Derzeit unterhält BMW in Deutschland 20 eigene Niederlassungen. Der Konzern wolle sich auf die großen Standorte München, Berlin, Hamburg, Frankfurt und Düsseldorf konzentrieren, heißt es in dem Bericht weiter unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Eigene BMW-Niederlassungen in kleineren Städten sollten langfristig verkauft oder geschlossen werden. Vordringlich seien dabei die Niederlassungen in Darmstadt, Kassel, Bremen, Dresden, Bonn und Chemnitz.

Auch Mercedes erwägt Verkauf von eigenen Niederlassungen

"Wir achten auf Effektivität und Effizienz in allen unseren Konzernstrukturen. Dazu zählen natürlich auch die Niederlassungen. Die genannten Schließungen sind Spekulationen", sagte BMW-Sprecherin Birgit Hiller am Wochenende auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Auch Konkurrent Mercedes überdenkt sein hauseigenes Filialnetz. Unter den drei großen Premiumanbietern, von denen sich jeder einzelne das Ziel der Marktführerschaft auf die Fahnen geschrieben hat, hängt Mercedes in Deutschland deutlich stärker von den eigenen Vertriebsniederlassungen ab als Audi und BMW, die vor allem auf externe Vertragshändler setzen.

Der Stuttgarter Konzern ist Insidern zufolge in Gesprächen über den Verkauf von vier Niederlassungen und könnte im Erfolgsfall mehr eigene Läden abstoßen. In Deutschland, nach den USA der wichtigste Markt der Marke mit dem Stern, betreibt Mercedes 98 Showrooms. Etwa die Hälfte aller Fahrzeuge wird hierzulande über die eigenen Autohäuser verkauft.

rei/dpa/rtr

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