Montag, 29. Mai 2017

Alle Artikel und Hintergründe

BMW feilt an Elektroauto-Strategie Der Kampf um die Bayerischen Batterie Werke

Video abspielen
Video anzeigen Video ansehen
Bild: Bloomberg / Wochit

In Wolfsburg und Stuttgart ist die Nervosität schon etwas länger zu spüren als in München. Sowohl bei Volkswagen Börsen-Chart zeigen als auch bei Daimler Börsen-Chart zeigen warnen die Betriebsratschefs vor massiven Arbeitsplatzverlusten durch den Umstieg auf Elektroautos.

"Ohne Ausgleich bliebe von heute sieben Arbeitsplätzen in der Motoren- und Aggregatefertigung nur einer", sagte der oberste Arbeitnehmervertreter bei Daimler, Michael Brecht, dem manager magazin. VW-Kollege Bernd Osterloh sorgt sich: "Die Reduzierung von Arbeitsplätzen im Stammbereich hängt auch mit der E-Mobilität zusammen. Denn die Produktionszeit für E-Autos wird um ein Drittel sinken."

Inzwischen hat der Kampf um die elektromobile Zukunft München erreicht. Auch der dortige Betriebsratschef, Manfred Schoch, warnt vor einem Arbeitsplatz-Exodus, weil bei es der Elektroauto-Produktion einfach weniger herumzuschrauben gibt. "Um das auszugleichen, müssen wir Batterien und Batteriezellen selbst fertigen", forderte er gegenüber der "Süddeutschen Zeitung".

Doch BMW-Konzernchef Harald Krüger laviert in der Frage genauso wie seine Vorstandschef-Kollegen Matthias Müller und Dieter Zetsche. Er sei durchaus offen für eine eigene Batteriefabrik, ließ Krüger bereits vor einigen Wochen wissen. Ob er sie denn auch baue, hänge aber von zahlreichen Faktoren ab.

Wertschöpfungsanteile bei der Batterieproduktion (Angaben in Prozent)
manager magazin online
Wertschöpfungsanteile bei der Batterieproduktion (Angaben in Prozent)

Tatsächlich ist Batteriefabrik auch nicht Batteriefabrik. Schon jetzt fertigen die deutschen Hersteller Batteriemodule in deutschen Werken. Doch die Zellen kommen in der Regel aus Asien. Auf sie entfällt jedoch ein besonders großer Anteil in der Wertschöpfungskette (siehe Grafik).

Gleichzeitig weisen Fachleute darauf hin, dass die Zellproduktion aufgrund des hohen Rohstoff- und Energieeinsatzes zwar teuer, aber wenig arbeitsintensiv ist. "Batteriezellen werden in hoch spezialisierten Reinräumen hergestellt", sagte Krüger zuletzt der "Süddeutschen Zeitung". "Da ist die Zahl der neuen Arbeitsplätze überschaubar."

Folgen Sie Nils-Viktor Sorge auf twitter

Hinzu kommt, dass Krüger derzeit schon vollauf damit beschäftigt ist, die künftige Elektroauto-Modellpalette zu definieren. Ein Mini und der X3 sollen schon bald mit Strom fahren, zusätzlich zu i3, i8 und diversen Plugin-Hybriden. Bereits im kommenden Jahr will BMW 100.000 Elektroautos absetzen - so viele wie bisher insgesamt.

Seite 1 von 2
Nachrichtenticker

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH