Samstag, 15. Dezember 2018

Batteriezellen für Elektroautos aus China BMW darf sich an Batteriehersteller CATL beteiligen

BMW ist bereits Kunde von CATL. Nun erlauben die Chinesen dem deutschen Autobauer, sich mit einem - vorerst geringen - Anteil an dem Batteriehersteller zu beteiligen

Es ist eine eher symbolische Öffnung, doch es ist eine Öffnung: Der chinesische Batteriezellen-Hersteller Contemporary Amperex Technology Ltd (CATL) öffnet sich für ausländische Investoren und gibt dem bayerischen Autobauer BMW als erstem nicht-chinesischem Autobauer die Möglichkeit, sich zumindest einen kleinen Anteil an dem strategisch wichtigen Batteriezellen-Hersteller zu sichern.

Das Angebot bezieht sich auf BMW's chinesisches Joint Venture Brilliance: Brilliance habe die Möglichkeit, sich mit einer Summe von rund 430 Millionen Dollar an CATL zu beteiligen, sobald CATL einen Teil seiner Anteile in China oder im Ausland verkaufen wolle, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Diese Summe würde aktuell lediglich einem Anteil von nicht einmal 2 Prozent entsprechen. Doch BMW wäre der erste ausländische Autobauer, der auf diesem Wege einen Anteil an dem Batteriezellenhersteller erwerben kann.

BMW zeigte sich auf Nachfrage denn auch zufrieden. Es handele sich um "eine interessante Option", sagte ein Sprecher gegenüber manager magazin online. Angaben dazu, ob und wann BMW diese Option ziehen werde, machte er aber nicht.

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BMW ist bereits Großkunde bei CATL. Man werde Batteriezellen im Wert von vier Milliarden Euro bei CATL bestellen, hatte der Autobauer vor wenigen Wochen mitgeteilt. Eine strategische Beteiligung würde die Zusammenarbeit mit CATL noch verstärken. Die Batteriezellenproduktion gilt als Schlüsseltechnologie, der Wettbewerb der Autobauer um die besten Batterie-Ressourcen ist im vollen Gang.

CATL ist inzwischen zum weltgrößten Hersteller von Batteriezellen aufgestiegen. Der Hersteller kooperiert bereits mit zahlreichen chinesischen Autobauern, die sich bereits kleinere Beteiligungen an CATL gesichert haben. Dazu gehören Dongfeng, SAIC und Chongqing Changan Automobile. Mit seinem erfolgreichen Börsengang in China hat CATL die Kassen noch einmal prall gefüllt.

Und CATL expandiert weiter in Europa. Seit mehreren Wochen ist eine Fabrik von CATL in Thüringen im Gespräch, Landeswirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hatte entsprechende Gespräche bestätigt, wie manager magazin Online berichtete. Schon seit längerer Zeit gilt dabei der Raum Erfurt als Favorit.

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Asiatische Konzerne gelten bei der Batteriezellfertigung als führend, deutsche Autobauer setzen eher auf die Kompetenz beim Zusammensetzen der Zellen zu Batteriepacks für die künftigen Elektroautos. Volkswagen Börsen-Chart zeigen testet darüber hinaus die Batteriezellfertigung in einem Pilotbetrieb in Salzgitter. BMW Börsen-Chart zeigen baut ebenfalls eine Batteriezellenforschung auf, um den Herstellungsprozess und die Anforderungen an die Zellen zu verstehen. Daimler Börsen-Chart zeigen montiert im sächsischen Kamenz Batterien und baut die Produktion dort aus.

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Volkswagen will unterdessen insgesamt für 50 Milliarden Euro Batteriezellen ordern und hat mit 40 Milliarden Euro einen Gutteil des Budgets schon verplant. Zuletzt hatte VW mitgeteilt, in das US-Start-up Quantum Scape 100 Millionen Dollar zu investieren. Das Unternehmen ist auf Batterieentwicklung spezialisiert, VW will mit dessen Hilfe eine Feststoff- Elektroautobatterie der nächsten Generation entwickeln.

la/mmo

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