Mittwoch, 29. Juni 2016

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BMW-Designchef Adrian van Hooydonk über das Apple-Auto Wie BMW Apple in Schach hält

Die Zukunft des Fahrens: Voll vernetzt voraus
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mm.de: Herr van Hooydonk, vor der Tür der Digitalkonferenz DLD bewerben Sie den BMW 7er als "Zukunft des Luxus". Es erstaunt schon, dass auf einer Zukunftskonferenz nicht ein Plug-in Hybrid wie der i8 beworben wird. Haben Elektroautos und andere alternative Antriebsformen noch immer ein Attraktivitätsproblem?

Van Hooydonk: Beide Autos, sowohl der i8 als auch der 7er werden aktuell verkauft. Sie sind also nicht die automobile Zukunft, sondern die Gegenwart. Aber beide enthalten Elemente, die auch in der Zukunft eine Rolle spielen werden. In beiden sind Carbonfasern verbaut. Und der 7er verfügt zudem über die neueste Bedienungsoberfläche mit Berührungs- und Gestenkontrolle. Da bewegen wir uns aktuell auf einem Level mit den Tech-Konzernen.

Adrian van Hooydonk
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    Adrian van Hooydonk ist Design-Chef der BMW-Gruppe und zeichnet damit für die Gestaltung der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce verantwortlich. Der niederländische Automobil-Designer, der bereits seit mehr als 20 Jahren für BMW tätig ist, hat in Holland und der Schweiz Industrie und Automotive-Design studiert.
mm.de: Auf der CES haben Sie eine extrem sportliche Studie eines i8 Spyder gezeigt, Neuzugang Faraday Future einen Supersportwagen und auch der einstige Elektropionier Fisker hat sich mit einem Supersportwagen zurückgemeldet. Ist das die Zukunft? Oder eher das selbstfahrende Ei, das Google aktuell testest?

Van Hooydonk: Die Autoindustrie befindet sich aktuell am Scheideweg. Alles passiert gleichzeitig. Zum einen gibt es diesen Trend hin zur Elektromobilität. Aber es gibt auch weiter Benziner - und Leute, die Benziner haben wollen. Es gibt durch die Digitalisierung neue Interaktionsformen. Aber immer noch viele Kunden, die lieber einfach und analog mit ihrem Auto interagieren, einfache Knöpfe und Hebel bevorzugen. Und dann ist da noch das autonome Fahren. Darüber machen wir uns bei BMW Börsen-Chart zeigen natürlich große Gedanken.

mm.de: Selbst Auto fahren - ein Auslaufmodell?

Van Hooydonk: Die Kunden werden sich aussuchen können, was sie gerne tun möchten. Wir wollen ihnen auf jeden Fall nicht die Entscheidung darüber abnehmen, wie sie sich fortbewegen werden. Wenn die Straßen frei sind und sie Lust darauf haben, selbst das Steuer in die Hand zu nehmen, sollen sie es tun. Stehen sie im Stau, müssen telefonieren oder an einer Videokonferenz teilnehmen, kann aber auch das Auto übernehmen.

mm.de: Und wie wird sich das designtechnisch äußern? Sitzen wir da eher in Google-Eiern oder in hochtechnisierten Luxusschlitten, die uns alle möglichen Annehmlichkeiten und technischen Möglichkeiten bieten?

mm.de: Wenn es nach mir geht, dann werden Sie in einem sehr sexy BMW sitzen - oder Mini oder Rolls-Royce. Und er wird definitiv keine Ei-Form haben.

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