Dienstag, 27. September 2016

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BMW-Designchef Adrian van Hooydonk über das Apple-Auto Wie BMW Apple in Schach hält

Die Zukunft des Fahrens: Voll vernetzt voraus
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5. Teil: Selbstfahren als Hype?

mm.de: VW-Chef Matthias Müller hat vor kurzem erklärt, dass nichts den Hype rechtfertige, der aktuell um selbstfahrende Autos betrieben werde. Stimmen sie ihm zu?

Van Hooydonk: Ich kenne den Kontext nicht, in dem er das gesagt hat. Und ich möchte das auch nicht kommentieren. Wir bei BMW entwickeln diese autonomen Fahrzeuge. Wir haben Testfahrzeuge, die das leisten können. Aber die Marktreife ist noch Jahre entfernt. Und wenn es soweit sein wird, wird es ein Feature von vielen sein - nicht das einzige oder das wichtigste. Unsere Kunden lieben das Fahrerlebnis und wir wollen ihnen das nicht wegnehmen.

mm.de: Würden Sie denn sagen, das ein Hype darum gemacht wird?

Van Hooydonk: Das autonome Fahren wird in jedem Fall nicht von der Bildfläche verschwinden. Aber die Aufmerksamkeit, die es gerade bekommt, steht aller Wahrscheinlichkeit nach in keinem Verhältnis zu der Zeit, die es noch dauern wird, bis die Technik marktreif ist. Vor 2020 sehe ich da keine Chance. Und wir reden aktuell sehr viel darüber. So gesehen ist es vielleicht ein Hype. Wir reden sehr viel über etwas, was noch relativ weit entfernt ist. Von der wir aber wissen, dass es zukünftig eine größere Rolle spielen wird.

mm.de: Branchenbeobachter spekulieren, dass traditionelle Autobauer bei der Regulierung des selbstfahrenden Autos bewusst auf die Bremse treten, um nicht Apple und Google das Feld zu bereiten. Was denken Sie darüber?

Van Hooydonk: Ich kann weder für die deutsche noch die weltweite Autoindustrie sprechen. Aber ich arbeite seit mehr als 20 Jahren für BMW und bei uns sind große Veränderungen auf dem Weg. Wir tendieren nicht dazu, den Kopf in den Sand zu stecken und zu hoffen, dass der Sturm über uns hinweg zieht. Wir haben dies weder bei der Elektromobilität noch bei der Digitalisierung getan. Deswegen kann man - glaube ich - nicht sagen, dass wir vor Neuem zurückschrecken. Wir arbeiten sehr hart daran. Wir wollen die neuen Technologien beherrschen.

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