Sonntag, 16. Dezember 2018

BMW-Designchef Adrian van Hooydonk über das Apple-Auto Wie BMW Apple in Schach hält

Die Zukunft des Fahrens: Voll vernetzt voraus
BMW

4. Teil: Autoteile aus dem 3D-Drucker

mm: In der Automobilindustrie ist der Individualisierungsgrad ja ohnehin sehr groß. Denken Sie, dass er weiter steigen wird, wenn das selbstfahrende Auto zu einer Art zweitem Wohnzimmer wird?

Van Hooydonk: Die Autoindustrie ist schon ziemlich gut in Individualisierung. Wir sind, glaube ich, darin besser als einige Elektronikkonzerne, die ein Gerät womöglich nur in zwei, drei oder vier Farben anbieten. Die Personalisierung findet aber auch auf dem Bildschirm statt. Und das wird auch beim Autofahren der Zukunft der Fall sein. Aber es macht dort nicht Halt. Das ganze Produkt muss personalisiert sein.

mm.de: Welche Rolle wird die 3D-Druck-Technologie hier spielen? Es gibt ja heute schon Autos, die aus dem 3D-Drucker stammen. Das sind natürlich Fahrzeuge, die von einem BMW noch Welten entfernt sind. Aber glauben Sie, dass diese Technik auch für Automobilbauer wie Sie wichtig werden wird?

Van Hooydonk: Momentan sind das natürlich noch vor allem Experimente. Aber ich könnte mir durchaus vorstellen, dass in Zukunft Teile aus einem 3D-Drucker kommen werden. Und für die Kunden heißt das natürlich, dass sie ihre Fahrzeuge noch deutlich mehr personalisieren können als dies bislang der Fall ist.

mm.de: BMW hat das Thema Fahrfreude verinnerlicht - wirbt seit langem mit der Freude am Fahren. Was wird daraus, wenn die Technologie selbstfahrender Fahrzeuge tatsächlich abhebt. Wird Selbstfahren dann ein Luxus, den man sich leisten können muss, weil einfach die Versicherungskosten aufgrund des höheren Risikos enorm steigen werden? Oder können Sie sich vorstellen, dass Selbstfahren sogar komplett verboten wird?

Van Hooydonk: Das ist aktuell alles eher Spekulation. Falls es soweit kommen sollte, ist es noch sehr, sehr weit entfernt. Die Industrie arbeitet derzeit mit Hochdruck am Thema "autonomes Fahren". Und ich glaube, die ersten vollautomatisierten Wagen werden frühestens in fünf Jahren auf den Straßen sein. Aber wie sich die Regulierung entwickeln wird, ist wirklich sehr schwer zu sagen. In Kalifornien ist kürzlich sogar eine Regelung auf den Weg gebracht worden, die dem automatisierten Fahren sehr enge Grenzen setzt. Sie schreibt vor, dass ein Fahrer innerhalb kürzester Zeit in der Lage sein muss, das Steuer wieder selbst zu übernehmen.

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