Mittwoch, 19. Dezember 2018

1000 Beschäftigte und 150.000 Autos pro Jahr BMW baut Werk in Ungarn

Müllsammler auf den Straßen von Debrecen: Nahe dieser Stadt, gut 240 km östlich von Budapest, will BMW eine Fabrik aufbauen. Große Teile der ungarischen Bevölkerung leben in Armut. Sie dürften den Investor BMW genauso begrüßen wie Ungarns ultrarechter Premier Viktor Orban

Immer mehr Autobauer wollen in Ungarn produzieren oder ihre Produktion dort ausbauen. Nach Audi und Daimler zieht es nun auch BMW dorthin. Die Münchener werden für eine Milliarde Euro eine neue Fabrik bauen. Sie soll 1000 Jobs schaffen und jährlich 150.000 Autos produzieren.

BMW baut in Ungarn eine neue Autofabrik für eine Milliarde Euro. Das Werk nahe der Stadt Debrecen soll mit mehr als 1000 Mitarbeitern jährlich bis zu 150.000 Fahrzeuge mit Verbrenner-, Elektro- und Hybridantrieben produzieren, teilte der Konzern am Dienstag mit. Die Bauarbeiten sollen in gut einem Jahr beginnen. Wann das Werk in Betrieb geht und welche BMW-Modelle dann dort hergestellt werden, sei noch offen, sagte ein Sprecher.

"Die Entscheidung für ein neues Werk unterstreicht die weltweite Wachstumsperspektive der BMW Group", sagte Vorstandschef Harald Krüger. "Nach hohen Investitionen in China, Mexiko und den USA stärken wir nun den Standort Europa und damit die globale Balance unserer Produktion zwischen Asien, Amerika und Europa." In Deutschland investiere BMW allein in diesem Jahr über eine Milliarde Euro, um die Fabriken zu modernisieren und auf die Elektromobilität vorzubereiten.

Der Konkurrent Audi baut in Ungarn bereits Motoren und Fahrzeuge. BMW erklärte seine Entscheidung für Debrecen mit einer sehr guten Infrastruktur, der Nähe zum Lieferanten-Netzwerk und qualifizierten Arbeitskräften vor Ort.

Daimler will Autofabrik der Zukunft in Ungarn bauen

Der Wettbewerber Daimler wiederum hatte im Juni angekündigt, seinen Standort im ungarischen Kecskemét auszubauen und dort ein zweites komplettes Pkw-Werk zu erreichten. Die Investitionen sollen rund eine Milliarde Euro betragen, hieß es seinerzeit. Es soll die erste sogenannte "Full-Flex"-Fabrik werden, in der verschiedene Mercedes-Benz-Modelle mit unterschiedlichen Antriebsarten an einem Band produziert werden können. Ab 2020 könnten dort benzingetriebene Kompaktwagen genauso wie E-Limousinen flexibel auf einem Band produziert werden können. Das neue Werk soll mehr als 2500 Arbeitsplätze schaffen.

Anmerkung der Redaktion: Die Nachrichtenagentur dpa-afx hatte in einer ersten Meldung von 15.000 Fahrzeugen geschrieben und dann die Anzahl der zu erwartenden Produktion in dem geplanten BMW-Werk auf 150.000 korrigiert. Auch wir haben das in unserem Text korrigiert.

rei mit dpa-afx

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