Montag, 22. Oktober 2018

Anpassung an neue Verbrauchs- und Abgastests BMW nimmt 7er in Europa für ein Jahr aus dem Angebot

7er: BMW will die Produktion seines Flaggschiffs in der Benzin-Version in Europa aber auch die Produktion anderer Benzin-Modelle vorübergehend aussetzen

Angesichts künftig neuer Regeln bei Verbrauchs- und Abgastests entschließt sich BMW zu einem ungewöhnlichen Schritt. Der Autobauer unterbricht die Produktion gleich mehrerer Benzin-Modelle. Das Flaggschiff 7er BMW nimmt der Konzern sogar für ein Jahr aus dem Angebot.

BMW Börsen-Chart zeigen stoppt vorübergehend die Produktion mehrerer Automodelle mit Benzinmotoren für den europäischen Markt, um sie schrittweise für die neuen alltagsnahen EU-Verbrauchsmessungen fit zu machen. Das Flaggschiff, der 7er BMW, werde als Benziner in Europa sogar ein Jahr lang aus dem Angebot genommen, sagte ein BMW-Sprecher am Montag in München. Die "Automobilwoche" hatte zuvor darüber berichtet.

Der neue Prüfzyklus WLTP wird im September für sämtliche Neuwagen bindend, ab September 2019 werden zudem realitätsnahe Straßenabgastests (RDE) für alle Neuwagen Pflicht. Um die Vorgaben zu erfüllen und Partikelfilter in die Benzinmotoren einzubauen, unterbricht BMW die Produktion mehrerer Modelle für den EU-Markt für einige Wochen oder sogar Monate.

Die Nachfrage dürfte sich vorübergehend auf andere Motoren, Modelle und Märkte verlagern - Dieselmotoren und der Verkauf in Asien und Amerika seien nicht betroffen, sagte der Sprecher weiter. "Beim verkauften Volumen insgesamt erwarten wir keine Auswirkungen."

Den 7er mit Benzinmotoren hatte BMW im vergangenen Jahr in Europa 3540 Mal verkauft. Davon waren 1413 Wagen ein Hybridauto, also ein Fahrzeug mit Benzin- und Elektromotor. Letztere sind nicht von dem Produktionsstopp betroffen, teilte ein Sprecher auf Anfrage von manager-magazin.de weiter mit. Weltweit fand das Modell vergangenes Jahr etwa 64.000 Käufer. Der Anteil aller Benziner bei BMW lag 2017 in Europa bei 39 Prozent, das waren annähernd 400.000 Autos.

VW-Finanzvorstand Frank Witter hatte vergangene Woche vor Analysten in Berlin mitgeteilt, der neue Prüfzyklus WLTP könne zu "einem zeitweilig eingeschränkten Produkt-Angebot" führen.

rei/dpa

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