Donnerstag, 24. August 2017

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SUV für Indien Dieser Renault dürfte die VW-Strategen schocken

Billigautos großer Autokonzerne: Auf diese Low-Cost-Autos muss VW neidisch sein
Fotos
Renault

Ausgewogene Rundungen, üppige Kühleinlässe, und ein gerüttelt Maß an Bodenfreiheit: Auf den ersten Fotos lässt sich Renaults neues Modell Kwid kaum von einem handelsüblichen SUV westlicher Bauart unterscheiden. Allenfalls die in schwarzem Plastik ausgekleideten Radkästen stören den schicken Geländeoptik-Eindruck.

Gestern hat Renault das Modell in Indien präsentiert, noch im zweiten Halbjahr soll es bei den Händlern des Subkontinents stehen. Mit der Präsentation verband Renault gleich eine Kampfansage: Der Kwid soll den Franzosen helfen, ihren Marktanteil in Indien von zwei auf fünf Prozent zu steigern.

Optisch mag das nur 3,7 Meter lange Fahrzeug nicht weit von westlichen Pendants entfernt sein - beim Neuwagenpreis trennen den Kwid allerdings Welten: Denn der von den Franzosen als City-Mini bezeichnete Wagen wird in Indien zwischen 4000 bis 5500 Euro kosten. Dafür kann man in Europa gerade mal einen älteren Gebrauchtwagen kaufen.

Dass die Franzosen auch mit günstigen Autos gut verdienen können, zeigen sie seit Jahren mit ihrer Marke Dacia vor. Der Kwid-Kampfpreis liegt sogar noch unterhalb der Dacia-Modellpalette, und das supergünstige Kompakt-SUV dürfte den Volkswagen-Strategen ordentlich Kopfzerbrechen bereiten. Seit Jahren basteln die Wolfsburger an einem eigenen, besonders günstigen Fahrzeug für Schwellenländer. Doch das Projekt "Budget Car" steht unter keinem guten Stern.

Welchen Fehler Renault bewusst vermeidet

Zuerst sollte eine Kooperation mit Suzuki den erhofften Kosten-Erfolg bringen. Doch die Zusammenarbeit mit den Japanern floppte völlig. Seither werkt eine Truppe rund um den früheren Opel-Chef Hans Demant an dem Günstig-Volkswagen. Demant stellte bereits mehrere mögliche Modelle vor, den VW-Strategen waren sie jedoch zu teuer und zu unattraktiv für Märkte wie China. Nun erwägen die Wolfsburger eine Kooperation mit dem chinesischen Autohersteller Great Wall, wie manager magazin vor kurzem berichtete.

Zwar entwickelt VW extra für den indischen Markt eine günstige Kompaktlimousine und einen kleinen Geländewagen auf der vorhandenen Plattfrom des Polo und Vento, wie manager magazin online bereits im November erfuhr. Die beiden Indien-VWs dürften im kommenden Jahr auf den Markt kommen, zu Einstiegspreisen oberhalb von 6000 Euro. Für indische Verhältnisse ist das bereits Mittelklasse - die günstigsten Neuwagen werden auf dem Subkontinent für weniger als 4000 Euro angeboten.

Mit dem Kwid zielt Renault also exakt auf das Einstiegssegment und gibt sich alle Mühe, einen entscheidenden Fehler zu vermeiden. Erfolgreiche Billigautos müssen zwar preislich günstig sein - sie dürfen allerdings nicht allzu billig wirken. Deshalb hört die Branche den Begriff Billigauto auch nicht gerne und spricht lieber von Low-Cost- oder Budget-Modellen.

Bei Renaults Kwid wird offenbar auch reichlich Plastik verbaut, im Innenraum verwenden die indischen Renault-Designer jedoch auch etwa Klavierlack, der durchaus hochwertig aussieht. Der Tacho zeigt die Geschwindigkeit in digitalen Ziffern an, die Lüftungsdüsen sind chromeumrahmt, die Knöpfe der Klimaanlage haben kleine Metallringe. Gegen geringen Aufpreis gibt es sogar einen 7 Zoll großen Touchscreen samt Navi und Bluetooth-Schnittstelle.

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