Dienstag, 24. Oktober 2017

BMW Autos mit Zukunft

"Ein radikaler Ansatz": Bei BMW beginnt das Elektrozeitalter mit dem i3

Freude am Fahren sorgt für Freude an den Zahlen. Weltweit steigende Umsätze und eine erfreuliche Umsatzrendite bescheren BMW eine solide finanzielle Basis, um mit dem Elektroauto BMW i3 einen mutigen Schritt in die Zukunft zu wagen.

Berlin - Autos sind praktisch. Bei BMW sind sie auch schön. Mögen sich die meisten Neuwagen zum Verwechseln ähnlich sehen, die Bayerischen Motorenwerke beweisen mit jeder neuen Baureihe, wie sportive Eleganz aussieht - und wie sie sich fährt. Was BMW Börsen-Chart zeigen besonders auszeichnet: Während sie von aller Welt mit Lob überschüttet werden, denken die Münchener bereits an das Morgen. Und das Übermorgen.

Das zeigte sich bereits 2005, als das auf flexible Produktion ausgelegte Werk in Leipzig eröffnete. Für Premiumhersteller sind flexible Werke ein entscheidender Erfolgsfaktor, denn nur so können sie den Kundenwunsch nach individuell ausgestatteten Autos befriedigen.

Sogar Toyota - lange Vorbild der Branche - beneidete den deutschen Konkurrenten um dessen flexible Produktion. Und jetzt kommt der BMW i3.

9000 Vorbestellungen gibt es bereits für das Elektroauto, dessen Karosserie aus CFK (Kohlefaserverbundstoffen) gefertigt wird. "Ein radikaler Ansatz", wie BMW-Chef Norbert Reithofer sagt. Entsprechend hoch sind die Investitionen, was manche Aktionäre murren lässt. Reithofer lässt sich davon nicht beirren: Er glaubt an Fahrvergnügen aus der Steckdose, glaubt an den BMW i3.

Elektroauto mit 170 PS als Benchmark

Reithofer hat den BMW i3 gemeinsam mit dem damaligen Entwicklungschef (und heutigen Einkaufschef) Klaus Draeger und dem Produktionschef Frank-Peter Arndt durchgesetzt, durchaus gegen interne Widerstände. Der i3 zeigt, wie viel Spaß Elektromobilität machen kann. Der Motor kommt auf 170 PS, befeuert von fünf Zentnern Batteriezellen, die flach über den kompletten Unterboden verteilt sind. Der Unterbau besteht aus Aluminium, darüber kommen Karosserie, Türen, Dach, Front- und Rückseite aus Carbon, beplankt mit schwarzem Plastik.

Das Auto setzt eine Benchmark. "Antrieb und Energieverbrauch, Gewicht und Produktion: Wir wollten möglichst viele innovative Teile selbst entwickeln und bauen", heißt es bei BMW. Das klingt selbstverständlich, ist es aber keineswegs: Wirklich bahnbrechende Innovationen kommen von außen, weiß die Wissenschaft. Sie kommen fast nie von den etablierten Spielern - außer wenn der BMW heißt.

Als Reithofer 2006 den Chefsessel bei BMW übernahm, lief der Laden bestens. Das hat einen Vorteil: Vorstandsmanager werden nicht in tagesaktuellen Feuerwehreinsätzen aufgerieben, sondern können eine Strategie für die Mobilität der Zukunft entwerfen. Das "Auto 2020", davon ist die BMW-Spitze überzeugt, fährt in der Stadt - aber nicht unbedingt mit Benzin.

Sieben Jahre hat es gedauert von der Idee bis zur Serienreife. Nun wird sich zeigen, ob der i3 der Elektromobilität wieder Schwung verleihen wird. BMW geht für 2014 von etwa 30.000 Kunden für den i3 aus. 100.000 potenzielle Käufer haben bereits ihr Interesse an einer Probefahrt angemeldet.

Wer nicht überzeugt wird, für den hat BMW übrigens weiterhin jede Menge Benziner im Angebot. Praktisch. Aber auch schön.

Best of European Business Award

© manager magazin 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH