Samstag, 16. Dezember 2017

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Wie Google & Co. Deutschlands Autobauer überholen Autonomes Fahren - Google auf Speed

Google-Auto Waymo: Alphabet und Apple konzentrieren sich auf Level 5, also die komplexeste Herausforderung des vollautonomen Fahrens. Waymo kann per "Deep Learning" aus einer einzigartigen Datenbasis schöpfen
picture alliance / Waymo/dpa
Google-Auto Waymo: Alphabet und Apple konzentrieren sich auf Level 5, also die komplexeste Herausforderung des vollautonomen Fahrens. Waymo kann per "Deep Learning" aus einer einzigartigen Datenbasis schöpfen

Deutschlands Autohersteller sind für die digitale Zukunft nicht gut genug aufgestellt. Verglichen mit den Wettbewerbern aus dem Silicon Valley und aus Fernost müssen VW, Daimler und BMW im digitalen Sektor jetzt Vollgas geben. Noch können sie auf den vier entscheidenden Gebieten aufzuholen. Doch viel Zeit bleibt nicht.


Alle Teile dieser Serie:
Teil 1: Mit Standgas in die Zukunft
Teil 2: Autonomes Fahren - Google auf Speed
Teil 3: So schaffen BMW, Daimler und VW den Anschluss
Teil 4: Deutschland braucht die volle Ladung

Für die meisten Autofahrer ist die Technologie des autonomen Fahrens mehr oder weniger Teil einer Science-Fiction-Welt. Dabei sind Autos, die nahezu ausschließlich von Sensoren und Algorithmen gesteuert werden, längst Realität - wenn auch nicht unbedingt in Deutschland. Dennoch ist es sehr wahrscheinlich, dass viele Menschen sich in Zukunft keinen Zweitwagen mehr kaufen werden, sondern stattdessen je nach Bedarf eine Fahrt mit einem günstigen Robotertaxi von A nach B buchen. Die Society of Automotive Engineers (SAE) hat diese Technologie in sechs Stufen klassifiziert von Level 0 "Keine Automation" bis zu Level 5 "vollautomatisiert".

Ein früherer englischer Kollege aus der Autoindustrie hat das einmal für Laien leicht verständlich beschrieben: Level 1 = foot off, 2 = hand off, 3 = eye off, 4 = mind off und Level 5 = body off. Und da er Engländer ist, vergaß er nicht zu erklären, dass nur die letzte Stufe die einzig wahre ultimative autonome Mobilität sei, bei der es kein Lenkrad mehr gibt und bei der der "Fahrer" auch betrunken auf dem Rücksitz Platz nehmen kann.

Für diese Stufe 5 muss man wissen, dass permanent eine sehr große Menge an historischen und Live-Daten durch das Auto fließt und verarbeitet werden muss, um in jeder mobilen Situation die richtige Fahrentscheidung treffen zu können. Und genau hier erkannten Googles Mutterkonzern Alphabet Börsen-Chart zeigen, Apple Börsen-Chart zeigen und andere Technologieunternehmen früh, dass die größere Herausforderung nicht die Herstellung des Automobils ist, sondern die Erstellung der Algorithmen und die Aufbereitung der Daten für das vollautonome Fahren.

In der Folge brach ein regelrechter Kaufrausch aus: Jede Firma oder Universitätsfakultät weltweit, die sich mit künstlicher Intelligenz (KI) beschäftigte, die das Fundament für die Berechnung der mobil-autonomen Daten bildet, weckte Begehrlichkeiten bei den Tech-Konzernen.

Einzigartige Datenbasis: "Deep Learning" bei Waymo

Während sich die klassischen Autohersteller vor allem mit den Levels 1 bis 4 beschäftigten, also mit allem, was wir vom Tempomaten bis zur automatischen Abstandskontrolle aus heutigen Autos kennen, ließen Alphabet, Apple und andere diese Stufen einfach aus und konzentrierten sich ausschließlich auf Level 5, also die komplexeste Herausforderung des vollautonomen Fahrens.

So arbeitet Alphabet, das diesen Bereich Ende 2016 in das Unternehmen Waymo ausgegliedert hat, schon seit 2009 an diesem Thema, hat ein eigenes Gelände namens "Castle" für autonome Testfahrten gebaut, mit der Simulationssoftware "Carcraft" mittlerweile Videodaten von sechs Millionen real gefahrenen und vier Billionen simulierten Auto-Kilometern gesammelt.

Auf dieser Basis wird in der autonomen Welt zukünftig per Deep Learning Mobilität berechnet - und alle sechs Monate kommen bei Waymo aktuell 1,5 Millionen Kilometer dazu.

Patrick Setzer
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    Patrick Setzer
    Patrick Setzer ist seit 20 Jahren im digitalen Sektor tätig. Er hat selbst zwei Internet-Firmen gegründet, in Start-ups investiert und war in verschiedenen Dax- und TecDax- Unternehmen als Manager von Wachstumsfeldern tätig. Zuletzt leitete er zwei Mobilitätsdienstleistungs-Bereiche bei einem deutschen Autokonzern. www.setzer.net

Die Anzahl der real gefahrenen Kilometer hat sich innerhalb nur eines Jahres vervierfacht - was zeigt wie stark Waymo beim Sammeln der Daten aufs Gaspedal drückt. Eine Statistik von Ende 2016 der Kalifornischen Zulassungsbehörde zeigt, dass Waymo im vergangenen Jahr mehr als eine Million autonom gefahrene Kilometer vorweisen konnte - und nur alle 8.250 Kilometer ein menschlicher Eingriff erfolgte. Man kann das als einen Indikator für die Qualität der Software interpretieren.

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