Montag, 11. Dezember 2017

Selbstfahrende Shuttles Wo Google die letzte Schlingen beim autonomen Fahren löst

Fahrzeug aus Waymos Testflotte selbstfahrender Autos: Künftig ohne menschlichen "Kontrollfahrer" unterwegs

2. Teil: Wie Waymo seinen Robotertaxi-Passagieren die Angst nehmen will

Google kündigt gleichzeitig auch den Start eines eigenen Fahrdiensts an, bei dem Kunden die Fahrzeuge per App rufen und buchen können. Das ist ein durchaus logischer Schritt nach den jüngsten Investments der Google-Tochter: So ging Waymo in diesem Jahr eine Partnerschaft mit dem Uber-Konkurrenten Lyft ein und investierte eine Milliarde Dollar in das Startup. Waymo plant auch eine mehrjährige Partnerschaft mit AutoNation, dem größten Autohändler in den USA, um die wachsende Waymo-Flotte entsprechend warten zu können.

Um Passagieren die Angst zu nehmen, den Fahrkünsten eines Computers ausgeliefert zu sein, hat sich Waymo einiges einfallen lassen.

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Laut einem Demonstrationsvideo können die Passagiere auf Monitoren genau verfolgen, wie das Selbstfahrsystem die Straßenlage aktuell "sieht" und welche Personen oder etwaigen Hindernisse es erkannt hat. Zusätzlich informieren Grafiken darüber, welche Fahrmanöver das Auto als nächstes plant und wohin es abbiegen will.

Im Plafond des Fahrzeuges gibt es zudem einen Halteknopf. Wird er gedrückt, fährt das selbstfahrende Auto an den Straßenrand. Eines können die Passagiere jedoch nicht: Von ihren Sitzen aus den Wagen auf manuelles Lenken umstellen.

Test muss deutschen Autoherstellern zu denken geben

Dass der Test in Arizona stattfindet, hat neben dem guten Wetter auch rechtliche Gründe. Der US-Bundesstaat erlaubt den Test von Fahrzeugen ohne Kontrollfahrer - in vielen anderen US-Bundesstaaten oder in Europa ist das in dieser Form aktuell nicht möglich.

Volkswagen etwa will ab 2021 selbstfahrende Shuttles in mehreren Städten anbieten. Davor soll etwa in Hamburg die Selbstfahr-Technik des Konzerns getestet werden - allerdings immer mit einem "Sicherheitsfahrer" an Bord, wie VW-Digitalchef Johann Jungwirth im Interview mit manager-magazin.de erklärte.

Aktuell finden die meisten unbemannten Test von selbstfahrenden Autos noch auf abgeschlossenen Firmengeländen statt - auf öffentlichen Straßen muss in den meisten Ländern noch ein menschlicher Kontrollfahrer an Bord sein.

Mit seinem Test in Arizona legt Waymo vor allem deutschen Herstellern einiges vor. Denn Daimler, der Volkswagen-Konzern samt Audi und auch BMW erklären zwar gerne ihre Fortschritte bei der Selbstfahrtechnik. Richtig große Flottentests für ihre Selbstfahr-Technik in diesem oder im kommenden Jahr haben sie bislang noch nicht angekündigt.

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