Dienstag, 23. Oktober 2018

Autojahrgang 1988 Diese Autos sind bald offiziell Oldtimer

Autojahrgang 1988: Diese Autos kriegen die Lizenz zum Oldie
Daimler

Sonderrechte, Steuerersparnisse - Autos mit H-Kennzeichen genießen viele Vorteile. Wichtigste Voraussetzung: Die Wagen müssen mindestens 30 Jahre alt sein. Diese Modelle haben bald Oldtimer-Reife.

Zur Autoklasse von 1988 gehören unter anderem der Opel Vectra, der BMW 5er (E34) sowie eine Mercedes-Limousine, die vor allem im Motorsport für Furore sorgte. Diese und weitere Modelle feiern 2018 ihren dreißigsten Geburtstag - und sind damit offizielle Oldtimer.

In der Bildergalerie sind die wichtigsten Modelle von 1988aufgelistet. Wer mit dem Gedanken spielt, sich ein Auto mit H-Kennzeichen zuzulegen, sollte allerdings noch weiterlesen - es gibt dabei nämlich einiges zu beachten.

Nicht jeder Wagen, der dreißig Jahre auf dem Blechbuckel hat, ist automatisch reif für ein "H" auf dem Kennzeichen. Denn der Oldtimer-Status beschafft dem Besitzer viele Vorteile:

  • Neben der Auszeichnung als "kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut" erhält man mit dem H-Kennzeichen einen vergünstigten Kfz-Steuersatz. Der beträgt einheitlich 191,74 Euro pro Jahr.
  • Darüber hinaus dürfen die Fahrzeuge auch ohne Katalysator fahren, sind nicht von den Regelungen innerstädtischer Umweltzonen betroffen und haben also auch in Städten freie Fahrt. Zudem ist der Versicherungsschutz für H-Autos oft billiger.

Dazu müssen jedoch ein paar Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die wichtigste ist das Alter, eben 30 Jahre - und zwar von der Erstzulassung an gerechnet.
  • Die Autos müssen sich in möglichst "originalem" Zustand befinden. Altauto-Fachmann Norbert Schröder, Leiter des Competence Center Classic Cars des TÜV Rheinland, sagt es so: "Das Auto darf nur Zubehörteile haben oder getunt sein, wenn es sich um zeitgenössische Veränderungen handelt." Erlaubt sind Bauteile, die während der sogenannten Gebrauchsphase des Fahrzeugs erhältlich waren. "Die Gebrauchsphase eines Autos ist auf etwa zehn Jahre nach dem Erscheinen des jeweiligen Autos festgelegt", so Schroeder.
  • Ein wichtiges Kriterium für die TÜV-Prüfer ist der Gesamtzustand des Autos. "Das Auto muss pfleglich behandelt worden sein, sodass man klar erkennt, dass es sich dabei um ein Liebhaberstück handelt", sagt Schroeder. Das bedeutet aber nicht, dass das Auto keine Gebrauchsspuren haben darf. Oberflächenkorrosionen, die nicht auf mangelnde Pflege zurückzuführen sind, gehören beispielsweise nicht zu den Ausschlusskriterien.

"Kein H-Kennzeichen für abgerockte Kleinwagen"

Was letzteren Punkt betrifft, macht Schroeder ganz unterschiedliche Beobachtungen: Zum einen seien die Fahrzeuge zum Zeitpunkt der Beantragung des Oldtimerstatus mittlerweile oft auffallend gut in Schuss: "Das liegt vor allem an der wachsenden Youngtimer-Szene, dort achten die Besitzer sehr darauf, das Fahrzeug in einem originalen Zustand zu belassen. Dementsprechend gut ist das Auto dann auch mit 30 Jahren noch erhalten."

Gerade in Ballungsgebieten steige die Anzahl der Anträge auf ein H-Kennzeichen - und dort senken die Prüfer dann vermehrt die Daumen. "In den Großstädten wollen viele einfach nur mit ihrem alten Auto in die Umweltzone fahren dürfen", sagt Schroeder. "Wir unterscheiden aber ganz klar die Liebhaberstücke von abgerockten Gebrauchtwagen. An dieser Hürde scheitern zunehmend mehr Autobesitzer."

Erst zahlen, dann sparen

Wer sich entscheidet, ein H-Kennzeichen zu beantragen, muss erst einmal ein bisschen investieren. Zur Beantragung ist zum Beispiel ein Oldtimer-Gutachten eines Sachverständigen nötig, für das rund 100 Euro fällig werden. Aktuell fahren laut Kraftfahrt-Bundesamt mehr als 380.000 Fahrzeuge mit einem Historienkennzeichen über deutsche Straßen.

 

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