Montag, 18. März 2019

Daimler prescht vor Automarkt China - wer kooperiert, gewinnt

Große Pläne: Daimler-Chef Dieter Zetsche und der Chairman von Beijing Automotive (BAIC), Heyi Xu
DPA / Daimler
Große Pläne: Daimler-Chef Dieter Zetsche und der Chairman von Beijing Automotive (BAIC), Heyi Xu

Daimler hat den Anfang gemacht und sich mit 12 Prozent an BAIC beteiligt. McKinsey-Berater Paul Gao rät auch anderen Autoherstellern zu verstärkter Kooperation mit chinesischen Partnern: mehr gemeinsame Entwicklung, Exporte aus China, Werke in abgelegenen Provinzen.

mm: Herr Gao, die großen internationalen Autokonzerne werden immer abhängiger von ihren zum Teil gigantischen Gewinnen in China. Aber die chinesische Regierung verschärft den Ton und ermittelt, ob die Hersteller überhöhte Preise verlangen. manager magazin hat im aktuellen Heft eine Risikoanalyse für China erstellt: Wie riskant sind die Milliardeninvestitionen in China?

Gao: Wer vernünftig mit seinen Joint-Venture-Partnern kooperiert, zum Beispiel Entwicklungszentren in China ansiedelt und dort neue, saubere Antriebstechnologien vorantreibt, wird keine Probleme bekommen. Die Automobilkonzerne müssen schauen, woran die Regierung besonders interessiert ist. Und sich dementsprechend verhalten.

mm: Das heißt: abhängig sind die Autohersteller schon?

Gao: Ja. Aber das ist eine berechenbare Abhängigkeit. Die Regierung möchte zum Beispiel, dass die großen Joint Venture der internationalen Autokonzerne mit chinesischen Partnern auch aus China heraus exportieren. Warum sollten die Hersteller das nicht verstärkt machen, zum Beispiel von China aus asiatische die A sean -Märkte wie Malaysia oder die Philippinen beliefern oder den Mittleren Osten?

mm: Vielleicht weil sie dann Werke in anderen Teilen der Welt schließen müssten? Die Gewerkschaften wären nicht gerade begeistert...

Gao: Das könnte man so steuern, dass keine Werke in Deutschland, den USA oder Japan geschlossen werden müssten. Und das Potenzial in China ist weiter so groß, dass es das ein oder andere Zugeständnis wert ist. Schauen Sie in den aktuellen Fünfjahresplan: Die Regierung will den Konsum fördern; sie treibt die Entwicklung der noch nicht so industrialisierten Regionen voran. Sie muss gleichzeitig sicherstellen, dass die zunehmende Motorisierung nicht zu großen Umweltbelastungen führt. Dazu braucht sie auch und gerade die westlichen die Autohersteller.

mm: Warum? Es gibt doch genügend chinesische Hersteller.

Gao: Ja, es gibt viele chinesische Hersteller. Es gibt sogar so viele, dass die Regierung sich eine Konsolidierung vorgenommen hat, Gruppen von jeweils vier nationalen und regionalen Champions gezielt fördern will. Zur ersten Gruppe gehören zum Beispiel die Volkswagen-Partner Saic und FAW, zur zweiten gehört BAIC. Die Autos der chinesischen Hersteller werden zwar auch qualitativ besser. Wettbewerbsfähig gegen die internationale Konkurrenz von Toyota Börsen-Chart zeigen , Volkswagen Börsen-Chart zeigen oder GM Börsen-Chart zeigen jedoch sind sie bislang nicht. Die Regierung möchte, dass mehr und mehr Menschen in China Auto fahren können und dass sie zufrieden sind. Mit chinesischen Autos geben sich viele Chinesen aber nicht mehr zufrieden. Die Menschen wollen westliche Marken.

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