Montag, 29. August 2016

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Automarkt Europa VW verkauft mehr Autos - verliert aber Marktanteile in Europa

Golf-Transport ab Werk Zwickau: Europaweit verbuchte VW ein Absatz-Plus von knapp 7 Prozent. Daimler und BMW kletterten demgegenüber jeweils um rund 18 Prozent

Die Affäre um manipulierte Dieselabgaswerte bei Volkswagen hat im September die Freude am Autokaufen vorerst nicht getrübt. In der Europäischen Union seien mit knapp 1,36 Millionen Autos 9,8 Prozent mehr neu zugelassen worden als im entsprechenden Vorjahresmonat, teilte der Branchenverband Acea am Freitag mit. Das war der 25. Anstieg in Folge.

VW verkauft mehr - doch Marktanteil sinkt

Trotz der Unsicherheit um die Folgen der Abgasaffäre entwickelten sich die Verkaufszahlen bei Volkswagen Börsen-Chart zeigen deutlich nach oben. Die Zahl der Neuzulassungen wuchs über alle Marken des Konzerns hinweg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,4 Prozent auf knapp 316.000 Fahrzeuge. Vor allem Audi Börsen-Chart zeigen , Skoda und Porsche Börsen-Chart zeigen trieben mit prozentual zweistelligen Zuwächsen den Absatz an.

Da die anderen Hersteller jedoch zum Teil deutlichere Zuwächse verbuchten, sank der Marktanteil von Volkswagen in Europa.

Daimler und BMW steigern Absatz um 18 Prozent - VW nur um knapp 7 Prozent

Die anderen deutschen Hersteller steigerten den Verkauf deutlicher als Volkswagen. So setzte Daimler Börsen-Chart zeigen mit 83.041 Fahrzeugen 18,6 Prozent mehr ab, BMW Börsen-Chart zeigen legte um 17,8 Prozent auf 100 950 Autos zu.

Verstärkter Preiskampf möglich

Autoexperte Peter Fuß von der Unternehmensberatung Ernst & Young (EY) erwartet, dass sich der Abgasskandal erst nach Wochen oder Monaten auf die Verkaufszahlen auswirkt - wenn überhaupt: "Selbst wenn es zu einer gewissen Delle beim Absatz von Diesel-Neuwagen kommt, dürfte es auf der anderen Seite ein entsprechend starkes Plus bei Benzinern geben." Die Nachfrage nach Neuwagen sei derzeit ungebrochen stark. BMW und Audi spüren nach eigenen Angaben bisher keinen Abwärtssog durch den VW-Abgasskandal.

Autoexperte Fuß hält es allerdings für möglich, dass die Preisschlacht in der Autobranche heftiger wird. So könnten einige Autobauer ihre Chance wittern, angesichts der derzeitigen Verunsicherung der Kunden ihre Marktanteile zu steigern und dazu noch aggressiver auf Rabatte zu setzen. Schon jetzt nehme der Anteil von Tageszulassungen durch Händler und Hersteller kräftig zu.

Deutschland hinkt beim Autoabsatz hinterher

Während der Autoabsatz in der EU insgesamt boomt, gehörte Deutschland unter den wichtigsten Absatzmärkten mit einem Plus von 4,8 Prozent im September zu den Schlusslichtern. Besonders kräftig stiegen die Verkäufe hingegen in Spanien (+22,5%) und Italien (+17,2%). In Frankreich (+9,1%) und Großbritannien (+8,6%) lag das Absatzplus unter der Marktentwicklung.

Auf die ersten neun Monate gesehen legte der Autoabsatz in der EU um 8,8 Prozent auf 10,4 Millionen Fahrzeugen zu. Allerdings liegt er damit immer noch merklich niedriger als vor der Finanzkrise: Von Januar bis September 2007 waren in der EU fast zwölf Millionen Autos neu zugelassen worden

Unter den wichtigsten Absatzmärkten bildete Deutschland mit einem Plus von 4,8 Prozent das Schlusslicht. Besonders kräftig stiegen die Verkäufe hingegen in Spanien (+22,5%) und Italien (+17,2%). In Frankreich (+9,1%) und Großbritannien (+8,6%) lag das Absatzplus unter der Marktentwicklung.

la/dpa/reuters

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