Mittwoch, 28. September 2016

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Peugeot-Chef Picat drängt in den Iran "Der Iran ist für Peugeot eine echte Chance"

Kompakt-SUV Peugeot 2008: Wenn die Sanktionen gegen den Iran fallen, will Peugeot-Chef Picat zunächst teurere Modelle in das Land ausführen. "Aus Europa kann man keine wirklich günstigen Modelle exportieren", meint er.

mm: Herr Picat, nach Jahren mit tiefroten Zahlen ging es für PSA Peugeot Citroën zuletzt wieder aufwärts. Für dieses Jahr sind die Aussichten in den bisherigen globalen Wachstumsmärkten aber weniger rosig: Der russische Markt bricht weg, der Neuwagenverkauf in Brasilien lahmt, in den USA und China legen die Neuwagenverkäufe auch nicht mehr so stark zu. War's das schon mit dem kurzen Aufschwung bei Peugeot?

Picat: Natürlich brauchen wir außerhalb von China noch Märkte, in denen wir uns entwickeln können. Bei Russland bin ich mir nicht mehr sicher. Wir sind da zwar weiterhin vor Ort vertreten, doch der Markt ist schwierig. Auch in Südamerika ist es derzeit nicht gerade einfach. In Afrika sind die Aussichten unklar. Wir sehen uns zudem Indien an und erwägen einen Markteintritt, doch dazu ist noch nichts entschieden.

Maxime Picat
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    Maxime Picat ist seit Oktober 2012 Markenchef von Peugeot. Der an einer Grand École ausgebildete Ingenieur arbeitet seit 1998 für den französischen Autohersteller und leitete mehrere Jahre lang PSAs China-Jointventure mit Dongfeng.
mm: Damit klingen sie verhalten pessimistisch - wie viele ihrer Branchenkollegen.

Picat: Doch es gibt da noch den Iran. Wir waren da mal sehr stark, vor langer Zeit haben wir dort jährlich 400.000 Autos in dem Land verkauft. Das Land könnte sich für uns zu einem weiteren Markt entwickeln, wenn die Verhandlungen über ein Ende der Sanktionen gut abgeschlossen werden. Und es ist eine echte Chance für uns, weil Peugeot dort noch immer ein starkes Markenimage hat.

mm: Die Gespräche über eine Lockerung der Iran-Sanktionen gegen das Land laufen ja seit Monaten. Wie gut sind sie vorbereitet, falls sich der Markt öffnen sollte?

Picat: Wir sprechen wöchentlich mit unseren iranischen Partnern, wie und wann wir unsere Aktivitäten neu starten können, sobald die Handelsbeschränkungen aufgehoben werden. Wir bereiten das vor, aber wir müssen noch auf endgültige Entscheidungen aus der Politik warten.

mm: Wann rechnen Sie denn damit, dass sich bei den Gesprächen über die Aufhebung der Sanktionen etwas bewegt?

Picat: Da sollte sich noch etwas im Juni ändern. Aber es sind langwierige Verhandlungen, und wir müssen auf die endgültige Entscheidung warten.

mm: Wollen sie auch die Produktion von Peugeot-Autos im Iran wieder aufnehmen, sobald die Sanktionen aufgehoben sind?

Picat: Ja, auf jeden Fall. Wir haben früher Teile an den Autohersteller Iran Khodro verkauft, der Peugeot-Fahrzeuge dann in Lizenz fertigte. Nun überlegen wir, mit Iran Khodro ein Jointventure einzugehen, mit dem wir das gesamte Spektrum von der Beschaffung bis zur Produktion und zum Ersatzteilverkauf abdecken könnten. Das würde unsere Präsenz vor Ort beschleunigen - sobald es möglich ist.

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