Freitag, 22. März 2019

Pakt mit LG und Samsung Audi macht ernst mit 500-Kilometer-Elektroauto

Elektromobilität: Deutsche Autobauer erhöhen das Tempo für ihre Tesla-Fighter
Porsche

Ein Elektro-SUV mit Langstreckentauglichkeit: Solche Ansagen kamen bis vor kurzem nur vom kalifornischen Elektroautohersteller Tesla, der seine ehrgeizigen Marktpläne zuletzt jedoch mehrfach nach unten korrigieren musste. Die deutschen Autohersteller setzen hingegen auf Elektroautos, deren Reichweiten mit einer Batterieladung unter 200 Kilometern liegen. Große Verkaufserfolge konnten sie damit noch keine verbuchen - doch schön langsam setzt auch bei deutschen Automanagern ein Umdenken ein.

Denn der Erfolg von Teslas Oberklasse-Elektroauto Model S, das mit einer Reichweite von knapp 500 Kilometern glänzt, sorgt in den hiesigen Chefetagen für Unruhe. Seit einiger Zeit basteln Ingenieure bei Audi, Daimler und Porsche deshalb an elektrischen Tesla-Fightern, wie manager magazin bereitsvor Monaten berichtete.

Audi, bislang Nachzügler bei reinen Elektroautos, bereitet seinen Direktangriff auf Teslas Elektro-SUV Model X generalstabsmäßig vor. Wie die Ingolstädter bekanntgegeben haben, werden die koreanischen Unternehmen LG Chem und Samsung SDI die Zellen für Audis Elektro-SUV liefern. Und noch eine interessante Zahl steht in der Audi-Pressemitteilung: Mit einer Batterieladung soll der Audi-Stromer mehr als 500 Kilometer weit kommen.

Elektro-SUV soll wie ein Sportwagen beschleunigen

Für seinen Direktschuss gegen Tesla, dessen Model X Ende dieses Jahres ausgeliefert werden soll, plant Audi offenbar größere Absatzvolumina ein. Denn LG Chem und Samsung SDI werden laut dem Bericht Batteriezellen in Europa herstellen und dafür auch in europäische Standorte investieren. Ende Februar hatte Samsung SDI, die auf Batterietechnologie spezialisierte Tochter des südkoreanischen Technologiekonzerns, ein Akkuwerk in Österreich übernommen. Bisher fertigt Samsung SDI unter anderem die Zellen für BMWs Elektroauto i3.

Allerdings kommt der Strom-SUV aus Ingolstadt Berichten zufolge erst Ende 2018 auf den Markt. Zuletzt hatte Audi-Technikchef Ulrich Hackenberg gegenüber der Zeitschrift "Auto Bild" einige Details zu dem Elektro-SUV bekanntgegeben. In weniger als vier Sekunden soll der E-Audi aus dem Stand auf 100 km/h spurten, seine 500 Kilometer Reichweite soll er auch in der Fahrpraxis auf deutschen Autobahnen erreichen. Auf knapp fünf Meter Länge kommt die Elektro-Karosse, die auf Elementen der kommenden Q5-Generation aufbaut.

Seinen Stromer will Audi laut "Auto Bild" zwei Varianten anbieten - ein besonders effizientes Modell mit rund 360 PS und eine sportlichere Variante, die 435 Elektro-PS auf die Straße bringt. Doch Audi baue auch für den Fall vor, dass der E-Bolide die Erwartungen verfehlt: Er sei so konzipiert, dass er auch als Verbrenner oder Hybrid-Modell vom Band laufen könnte. Einen Notfallplan gibt es also auch, falls das Auto die Kunden doch nicht so elektrisiert wie erhofft.

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